In- und Ausland

Prognosen: Biden siegt im wichtigen US-Vorwahlstaat Michigan

Wahlen

Mittwoch, 11. März 2020 - 02:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Nach dem „Super Tuesday“ die nächste größere Vorwahlrunde der Demokraten - und wieder räumt Joe Biden ab. Kann sein parteiinterner Konkurrent Bernie Sanders noch aufholen?

Joe Biden spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung. Die Abstimmung in Michigan gilt bei dem Rennen als wichtiger Indikator für die Stärke der Bewerber. Foto: Paul Vernon/AP/dpa

Im Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten hat der frühere US-Vizepräsident Joe Biden laut Prognosen im wichtigen Vorwahlstaat Michigan einen Sieg eingefahren. Das berichteten die Fernsehsender Fox News, CNN und NBC übereinstimmend.

Die Abstimmung in Michigan - ein Industriestaat im Mittleren Westen der USA - galt bei dem Rennen als wichtiger Indikator für die Stärke der Bewerber. Dort geht es um die Stimmen von 125 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli - die meisten Delegiertenstimmen, die am Dienstag bei Vorwahlen in insgesamt sechs Bundesstaaten zu vergeben waren.

Biden siegte Prognosen zufolge auch in den Bundesstaaten Mississippi und Missouri. Sein Sieg in Michigan bringt Biden einen besonderen Schub - und bedeutet für Sanders einen herben Rückschlag. Sanders hatte seinen Wahlkampf in den vergangenen Tagen sehr auf den stimmengewichtigen Staat Michigan fokussiert, in dem er bei den Vorwahlen 2016 gewonnen hatte. Michigan sei für das Rennen „sehr, sehr bedeutend“, hatte Sanders noch am Wochenende eingeräumt, zugleich aber betont, er werde im Fall einer Niederlage in Michigan auf keinen Fall aufgeben.

Bei einer Serie von Vorwahlen, die sich bis in den Juni hinzieht, werden die Stimmen von Delegierten verteilt. Diese reisen im Juli zum Nominierungsparteitag der Demokraten, um endgültig den Präsidentschaftskandidaten zu küren. Ein Bewerber muss dort 1991 von 3979 regulären Delegierten auf seiner Seite haben, um sich die Nominierung zu sichern.

An diesem Dienstag wurde in sechs Bundesstaaten abgestimmt: neben Michigan, Missouri und Mississippi auch in Idaho, North Dakota und Washington. Insgesamt geht es hier um etwa neun Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Angesichts der vergleichsweise vielen zu verteilenden Stimmen wurde der Vorwahltag auch „Mini Super Tuesday“ genannt.

Biden und Sanders liefern sich in dem Rennen einen Zweikampf. Nach einem zunächst äußerst schwachen Start in die Vorwahlserie hatte Biden vergangene Woche beim wichtigsten Vorwahltag, dem „Super Tuesday“, mit Abstimmungen in 14 Bundesstaaten eine überraschende Siegesserie hingelegt, in 10 Staaten gewonnen und Sanders den Rang als Favorit in nationalen Umfragen wieder abgelaufen.

In den vergangenen Tagen hatte Biden öffentliche Unterstützung von mehreren moderaten Demokraten bekommen, die aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegen waren. Zuletzt schlugen sich auch die ehemalige Bewerberin Kamala Harris und der ebenfalls ausgestiegene Senator Cory Booker auf seine Seite.

Nach dem „Super Tuesday“ lag Biden laut vorläufigen Berechnungen des Fernsehsenders CNN bei der Zahl der Delegierten insgesamt bereits in Führung vor Sanders - mit 635 zu 558 Delegierten. Seinen Vorsprung kann er durch die Siege in Mississippi, Missouri und vor allem in Michigan nun noch ausbauen.

Bei den Republikanern, die am Dienstag ebenfalls Vorwahlen zur Bestimmung ihres Präsidentschaftskandidaten abhielten, stand das Ergebnis quasi schon fest: Amtsinhaber Donald Trump hat parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz.

Ihr Kommentar zum Thema

Prognosen: Biden siegt im wichtigen US-Vorwahlstaat Michigan

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha