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Raketenangriffe aus Gaza - Sorge vor Gewalt am Jerusalem-Tag

Konflikte

Montag, 10. Mai 2021 - 08:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Gaza/Tel Aviv. Seit Beginn des Fastenmonats Ramadan kommt es in Ost-Jerusalem und den Palästinensergebieten immer wieder zu Konfrontationen. Nun fliegen auch wieder Raketen und Brandballons aus dem Gazastreifen.

Ein israelischer Feuerwehrmann löscht ein Feuer in einem Waldgebiet, das durch einen aus dem Gazastreifen gestarteten Brandballon Feuer gefangen hatte. Foto: Tsafrir Abayov/AP/dpa

Militante Palästinenser haben am Montag erneut Raketen auf das israelische Grenzgebiet gefeuert. In der Grenzstadt Sderot und anderen Ortschaften heulten nach Militärangaben am Morgen die Warnsirenen. Es seien drei Geschosse abgefeuert worden. Eines davon habe offensichtlich die Raketenabwehr Eisenkuppel abgefangen.

Am Sonntagabend hatten militante Palästinenser bereits vier Raketen in Richtung Israel abgeschossen. Außerdem wurden Spreng- und Brandballons über die Grenzanlage geschickt. Israelische Panzer beschossen daraufhin Stützpunkte der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. Israel schloss auch den Erez-Grenzübergang zu dem Palästinensergebiet.

Am Sonntagabend hatte Israel nach einer neuen Eskalation der Gewalt bereits die Fischereizone vor dem Gazastreifen bis auf weiteres geschlossen. Parallel zu einer Eskalation der Gewalt vor allem in Ost-Jerusalem haben die Angriffe auf Israel aus dem Gazastreifen zuletzt wieder zugenommen.

Mit Blick auf den israelischen Jerusalem-Tag am Montag hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesagt, man werde Religionsfreiheit für alle wahren, aber keine Gewalt dulden. Israel feiert am Jerusalem-Tag die Eroberung des Ostteils mit der Altstadt während des Sechstagekriegs 1967. Die Palästinenser sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

In der Nacht zum Montag kam es in der Stadt zu neuen Konfrontationen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei. Am Damaskustor warfen Demonstranten nach Polizeiangaben Steine und Flaschen auf Sicherheitskräfte. Nach Medienberichten verwendeten diese daraufhin Blendgranaten und Wasserwerfer, um die Randale aufzulösen. Auch in dem Viertel Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem kam es erneut zu Auseinandersetzungen.

Aus mehreren anderen Städten wurden Proteste gemeldet, etwa aus der israelischen Hafenstadt Haifa, wo es Festnahmen gegeben habe, nachdem Demonstranten versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen.

Bei heftigen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften sind in der Altstadt seit Freitag rund 300 Palästinenser und rund 20 Polizisten verletzt worden.

Aus Sorge vor neuer Gewalt zwischen beiden Seiten verbot die israelische Polizei Juden am Montag, bei Flaggenmärschen durch die Altstadt auch den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) zu besuchen.

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des Fastenmonats Ramadan angespannt. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Außerdem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden.

Die islamistische Hamas hat sich mit den Demonstranten solidarisch erklärt. Bei Ramadan-Gebeten auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt wurden zuletzt auch Hamas-Flaggen geschwenkt.

Die US-Regierung zeigte sich beunruhigt über die Lage in Jerusalem. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, habe in einem Telefonat mit seinem israelischen Amtskollegen Meir Ben-Shabbat betont, die USA bemühten sich um eine Deeskalation, teilte das Weiße Haus am Sonntag (Ortszeit) mit. Die USA seien besorgt über möglichen Räumungen palästinensischer Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah. Der Beschuss Israels aus dem Gazastreifen sei inakzeptabel.

UN-Generalsekretär António Guterres fordere Israel auf, „maximale Zurückhaltung“ zu üben, erklärte ein Sprecher der Vereinten Nationen in New York in der Nacht zu Montag.

© dpa-infocom, dpa:210510-99-535490/2

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