Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Ranghoher Nordkoreaner mit Brief im Weißen Haus erwartet

Konflikte

Freitag, 1. Juni 2018 - 09:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington/Seoul. Treffen sich Donald Trump und Kim Jong Un oder treffen sie sich nicht? Kims rechte Hand ist zumindest schon einmal zu Gast in Washington - und hat etwas für den US-Präsidenten dabei.

Die USA hoffen, Nordkorea dazu bewegen zu können, sein Atomprogramm komplett und überprüfbar abzubauen. Foto: Tim Brakemeier

In die Bemühungen um einen möglichen Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kommt Bewegung.

Anzeige

Am Freitag wird der nordkoreanische Unterhändler Kim Yong Chol im Weißen Haus erwartet, um einen persönlichen Brief Kims an Trump zu übergeben.

US-Außenminister Mike Pompeo zeigte sich zuversichtlich, was den Verlauf der Verhandlungen mit der international isolierten Führung in Pjöngjang angeht. Diese will zudem weitere Gespräche mit Südkorea über ihre künftigen Beziehungen führen.

Trump hatte das für den 12. Juni in Singapur geplante Treffen vergangene Woche abgesagt. Kurz darauf deutete er aber an, dass es doch stattfinden könnte. Beide Seiten verhandeln an verschiedenen Orten darüber.

Pompeo traf sich am Donnerstag in New York mit dem ranghohen Parteifunktionär und ehemaligen Geheimdienstchef Kim Yong Chol. Der US-Außenminister sagte anschließend, man bewege sich in die richtige Richtung. In den vergangenen 72 Stunden sei „echter Fortschritt“ dabei erzielt worden, die Bedingungen für ein mögliches Treffen zwischen Kim und Trump festzulegen. Es gebe aber auch noch viel zu tun. Pompeo sagte, er wisse nicht, ob am Freitag feststehen werde, ob der Gipfel stattfinde oder nicht.

Das Weiße Haus wollte am Donnerstag nicht sagen, ob auch Trump den nordkoreanischen Unterhändler am Freitag selbst treffen wird. Die Details würden noch ausgearbeitet, sagte der stellvertretende Sprecher Hogan Gidley. Pompeo unterstrich, dass Trump auf eine „vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung“ der koreanischen Halbinsel bestehe.

Der Streit um eben jene „Denuklearisierung“ ist kompliziert, denn die USA und Nordkorea verstehen darunter unterschiedliche Dinge - was die Verhandlungen über atomare Abrüstung im Allgemeinen und den Gipfel im Speziellen erschwert. So will Nordkorea nicht einseitig seine Atomwaffen aufgeben. Strittig ist auch, ob etwa außer atomaren Sprengköpfen auch Atomanlagen wie zur Urananreicherung beseitigt werden oder die USA ihre Streitkräfte aus Südkorea abziehen und ihre Fähigkeiten zu einem nuklearen Gegenschlag aufgeben sollen.

Kim Jong Un ließ am Freitag über die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA mitteilen, er fühle sich der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nach wie vor verpflichtet und hoffe, dass dieses Ziel in mehreren Schritten und im Interesse aller Seiten erreicht werden könne. Außerdem sei bei seinem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ein Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin in diesem Jahr vereinbart worden - anlässlich des 70. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Die USA hoffen, Nordkorea dazu bewegen zu können, sein Atomprogramm komplett und überprüfbar abzubauen - und das möglichst rasch. Nordkorea will aus der internationalen Isolation heraus, um über Außenhandel und Investitionen Wohlstand zu generieren. Dafür muss es die von den USA durchgesetzten Wirtschaftssanktionen abschütteln.

Vertreter von Nord- und Südkorea wollen am Freitag im Grenzort Panmunjom zusammenkommen, um über mögliche Kooperationsmaßnahmen zu reden. Es soll dabei darum gehen, wie die Vereinbarungen ihres Gipfels vom April konkretisiert werden können.

Südkorea wolle über grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen, neue Begegnungen zwischen getrennten Familien sowie andere Fragen des Austausches reden, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag.

Das Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und Kim Jong Un im April endete mit einer Erklärung über Frieden und Aussöhnung, die die auch die Förderung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen vorsieht. Nordkoreas Machthaber erklärte sich zudem zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit, ohne das wie und wann näher zu definieren.

Ihr Kommentar zum Thema

Ranghoher Nordkoreaner mit Brief im Weißen Haus erwartet

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige