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Raserunfall auf Berliner Ku'damm - Prozess gegen 29-Jährigen

Prozesse

Donnerstag, 11. März 2021 - 10:25 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Der Berliner Kurfürstendamm scheint Raser immer wieder anzuziehen. Doch die illegalen Autorennen können für Unbeteiligte schlimme Folgen haben. Jetzt kommt ein solcher Fall vor Gericht.

Nach einem schweren Raserunfall auf der Straße vor rund einem halben Jahr muss sich nun ein 29-Jähriger vor Gericht verantworten. (Symbolbild). Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Nach einem schweren Raserunfall auf dem Berliner Kurfürstendamm vor rund einem halben Jahr hat heute der Prozess gegen einen 29-Jährigen begonnen.

Dem Angeklagten werden gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, verbotenes Kraftfahrzeugrennen, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie Unfallflucht vorgeworfen.

Der mutmaßliche Raser soll demnach am Abend des 31. August 2020 in einem Mietfahrzeug mit 530 PS den Ku'damm mit bis zu 132 Stundenkilometern entlang gebrettert sein und den Wagen auch dann nicht abgebremst haben, als ein Kleinwagen die Straße queren wollte.

Dessen Fahrerin wurde bei der Kollision lebensgefährlich verletzt. Laut Gericht ist die Mutter dauerhaft gelähmt. Ihre 17-jährige Tochter wurde als Beifahrerin schwer verletzt. Beide Frauen seien Nebenklägerinnen in dem Prozess, sagte eine Gerichtssprecherin.

Die Wucht der Kollision war so stark, dass mehrere parkende Fahrzeuge auch durch herumfliegende Autoteile beschädigt wurden, hieß es. Der Angeklagte soll zusammen mit den weiteren Insassen des Mietautos zu Fuß vom Unfallort geflohen sein.

Nach dem deutschen Verdächtigen war intensiv gesucht worden. Er wurde am 2. Oktober gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Spezialeinsatzkräfte hatten den Haftbefehl in dessen Wohnung im Ortsteil Grunewald vollstreckt. Der Mann soll sich mit mindestens einem weiteren Wagen ein illegales Rennen geliefert haben. Für den Prozess sind zunächst Verhandlungstermine bis Anfang Mai geplant.

Auf dem Kurfürstendamm gab es wiederholt illegale Autorennen. Im Februar 2016 kam es zu einem Zusammenstoß mit einem unbeteiligten Jeep, für den die Ampel Grün zeigte. Der Wagen wurde 70 Meter weit geschleudert. Der 69 Jahre alte Fahrer starb noch in seinem Auto.

Einer der Raser ist inzwischen rechtskräftig wegen Mordes verurteilt und sitzt eine lebenslange Haftstrafe ab. Das tödliche Rennen beschäftigt die Gerichte bis heute. Erst in der vergangenen Woche verurteilte das Landgericht den zweiten, inzwischen 29-jährigen Raser wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft. Sein Verteidiger hat laut Gericht inzwischen eine Revision des Urteils beantragt.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-775758/2

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