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Regierung ruft zu Einhaltung der Kontaktverbote auf

Gesundheit

Sonntag, 5. April 2020 - 14:30 Uhr

von Von Ruppert Mayr, dpa

dpa Berlin. Deutschland steht eine sonnige Karwoche bevor. Endlich wieder raus ins Freie zum Osterspaziergang mit Freunden und Verwandten - normalerweise. Nicht so in Zeiten von Corona und Kontaktverboten.

Ein Wachpolizist überprüft die Einhaltung der Kontaktsperre am Frankfurter Mainufer. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Angesichts des Frühlingswetters warnt die Bundesregierung die Bürger, im Kampf gegen das Coronavirus auch über Ostern unbedingt die Kontaktverbote einzuhalten.

„Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist“, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte mahnend hinzu, ein Blick über unsere Grenzen zeige noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich das Coronavirus sei.

Maas zeigte sich zugleich beeindruckt, wie konsequent sich die große Mehrheit der Menschen in Deutschland bisher an die Regeln zur Kontaktvermeidung halte. „Das zeigt auch, wie groß der Gemeinsinn und die Solidarität in unserem Land sind. Genau darauf müssen wir aufbauen, um so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen.“

Die Kontaktverbote werden die Bundesbürger aber angesichts des erwarteten frühlingshaften Wetters in der Karwoche vor besondere Herausforderungen stellen. Fast überall im Land werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Frühlingstemperaturen jenseits der 20-Grad-Marke erwartet, entlang des Rheins sogar bis zu 24 Grad.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in ihrem wöchentlichen Podcast die Menschen aufgefordert, sich an die Leitlinien für das reduzierte öffentliche Leben und die Einschränkung der Kontakte zu halten. „Wir alle werden eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor.“ In Deutschland gelten zurzeit umfassende Kontaktsperren für die Bürger, außerdem sind unter anderem Restaurants, Theater, Kinos sowie Spielplätze und viele Geschäfte geschlossen. Auch auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ sollte verzichtet werden. Einige Bundesländer kontrollieren solche Tagesausflügler verstärkt.

Erste Angaben der Polizei vom Samstag lassen hoffen. So wurden in Rheinland-Pfalz zunächst nur wenige Verstöße gegen das Kontaktverbot registriert, ebenso im Saarland - zwei Länder, die durch die Nähe zu Hochrisikoregionen in Frankreich von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Auch die Menschen in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern hielten sich nach Einschätzung der Polizei zunächst weitgehend an die Kontaktbeschränkungen.

Ausnahmen gibt es aber immer wieder: Im nordrhein-westfälischen Düsseldorf lösten Ordnungsdienst und Polizei eine Menschenmenge auf. Rund 200 Menschen hatten sich am Samstag an der Rheintreppe in der Altstadt angesammelt und jeweils in Zweiergruppen das Wetter genossen, wie ein Stadtsprecher am Sonntag sagte. Allerdings sei so der gebotene Mindestabstand nicht mehr eingehalten worden.

Eine Familie läuft in Langenargen an der Promenade am Bodensee entlang. Foto: Felix Kästle/dpa

Viel weniger Menschen als gewöhnlich sind in Saarbrücken am Ufer der Saar unterwegs. Foto: Oliver Dietze/dpa

Trotz des guten Wetters sind nur wenige Menschen am Strand von Cuxhaven unterwegs. Foto: Sina Schuldt/dpa

Ausflügler genießen den Sonnenuntergang auf dem Feldbergplateau im Taunus. Foto: Boris Roessler/dpa

Menschen machen Yoga-Übungen vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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