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In- und Ausland

SAP beschert dem Dax ein Minus am Morgen

Börsen

Donnerstag, 18. Juli 2019 - 10:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Eine vorerst beendete Party an den US-Börsen und reichlich Gegenwind bei den Unternehmen lassen Anleger am Donnerstagmorgen auf die Bremse treten. Eine Stunde nach Handelsbeginn gab der deutsche Leitindex Dax mit 12.272,27 Punkten um 0,56 Prozent nach.

Der Handelssaal der Börse in Frankfurt. Foto: Frank Rumpenhorst

So niedrig war der Stand zuletzt vor drei Wochen. Ein Großteil der Verluste geht dabei auf das Konto des Dax-Schwergewichts SAP, dessen jüngste Quartalsergebnisse für Enttäuschung sorgten. Der MDax für mittelgroße Werte driftete mit 25.787,60 Punkten um 0,55 Prozent ins Minus. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,41 Prozent nach unten.

„Die Märkte kippen wieder in Richtung schwächeres Wirtschaftswachstum“, schrieb Analyst Michael McCarthy vom Broker CMC Markets. Er verwies auf Japan, wo die Exporte im Juni zum siebten Mal in Folge zurückgingen. Doch auch in den USA war am Vortag nicht viel zu holen.

Auf der Stimmung lasteten unter anderem das nachbörsliche Kursminus der Aktien von IBM nach Quartalszahlen, sowie der nachbörsliche Kurseinbruch von Netflix. Der Streaming-Riese konnte im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger Abonnenten für sich gewinnen, als ursprünglich angepeilt. Wie es mit dem US-Tech-Markt weitergeht, wird sich am Donnerstagabend mit einem neuen Zahlenwerk von Microsoft zeigen.

Hierzulande häufen sich indes weiter die Gewinnwarnungen. Nachdem BASF und Daimler bereits in der vergangenen Woche mit Blick auf ihre Jahresziele zurückgerudert waren, gesellte sich am Dienstag erst noch der Chemikalienhändler Brenntag und nun Heidelberger Druck dazu.

Der zuletzt maue Geschäftsverlauf bei dem Druckmaschinenhersteller habe unter dem Einfluss zunehmender Investitionszurückhaltung und einer entsprechenden Umsatzverschiebung gestanden, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung. Kurz nach Börsenstart landete die Aktie mit einem Minus von 14,47 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz im SDax für kleine Werte.

Bei Europas größtem Softwareanbieter SAP hatten zudem höhere Ausgaben für ein laufendes Abfindungsprogramm und die aktienbasierte Vergütung den Gewinn im zweiten Quartal geschmälert. Die Aktie brach kurz nach Handelsbeginn um 6,15 Prozent ein und war damit größter Verlierer im Dax.

Im MDax verloren die Titel von Hochtief mehr als 11 Prozent und waren damit so günstig wie seit Anfang 2016 nicht mehr. Zudem ging es auch bei 1&1 Drillisch nach einer negativen Einschätzung der australischen Investmentbank Macquarie um 4,60 Prozent nach unten.

Der mögliche Aufbau eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland durch die United-Internet-Tochter könnte die Renditen aller Anbieter beeinträchtigen, schrieb Analyst Guy Peddy in einer am Mittwoch vorliegenden Branchenstudie.

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