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In- und Ausland

Scharfe Sicherheitsmaßnahmen im Prozess gegen „Reichsbürger“

Prozesse

Montag, 9. Oktober 2017 - 11:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Halle. Vom ehemaligen „Mister Germany“ zum „Reichsbürger“? In Halle beginnt der Prozess gegen einen 42-Jährigen, der bei einer Zwangsräumung auf einen SEK-Beamten geschossen haben soll.

Der ehemalige „Mister Germany“ Adrian Ursache (M.) spricht vor Prozessbeginn im Gerichtssaal mit Journalisten. Foto: Hendrik Schmidt

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat in Halle der Prozess gegen einen „Reichsbürger“ begonnen. Der 42-Jährige ist vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes angeklagt. Noch vor Verlesung der Anklage beantragte die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens.

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Zudem forderte sie, den Haftbefehl aufzuheben. Eine Beteiligung des ehemaligen „Mister Germany“ Adrian Ursache an der Tat sei nicht genügend konkretisiert. Die Anklage weise weitere gravierende Mängel auf, etwa zum Tathergang, hieß es zur Begründung.

Die Staatsanwaltschaft wies die Vorwürfe zurück. Das Gericht unterbrach die Verhandlung, um zu beraten. Der Angeklagte soll am 25. August 2016 auf einen SEK-Beamten geschossen und dabei auf dessen Kopf gezielt haben. An dem Tag sollte sein Hausgrundstück in Reuden (Burgenlandkreis) zwangsgeräumt werden. Die Polizei war zum Schutz der Gerichtsvollzieher im Einsatz.

Ursache gilt als Mitglied der Reichsbürgerbewegung. Diese erkennt die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesetze nicht an. Der Verfassungsschutz stuft die Ziele der Bewegung als verfassungsfeindlich ein und beobachtet sie. Gegenüber Medienvertretern bestritt der 42-Jährige vor Beginn des Prozesses, der Reichsbürgerbewegung anzugehören.


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