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Schweres Erdbeben erschüttert Südwesten Chinas

Erdbeben

Dienstag, 8. August 2017 - 19:32 Uhr

von Von Andreas Landwehr, dpa

dpa Jiuzhaigou. Die Erdstöße in Sichuan wecken die Erinnerung an das verheerende Beben 2008 in der Provinz. Damals kamen mehr als 80 000 Menschen ums Leben. Was ist diesmal passiert? Es herrscht große Verwirrung.

Chinas Erdbebenzentrum gibt die Stärke des Bebens mit 7 an. Der seismologische Dienst der USA spricht von 6,5. Symbolbild: Oliver Berg Foto: Oliver Berg

Bei einem Erdbeben in China sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

Das genaue Ausmaß der Schäden war am Mittwoch nach Mitternacht Ortszeit noch unbekannt. Das Epizentrum lag nahe des Naturparks Jiuzhaigou rund 280 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Die nationalen Behörden riefen als Reaktion die höchste Alarmstufe aus.

Mehr als 600 Feuerwehrleute und Soldaten mit acht Suchhunden wurden umgehend ins Erdbebengebiet entsandt. Ebenso wurden 200 Zelte und 2000 Decken sowie 1000 Erste-Hilfe-Kästen auf den Weg gebracht, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Erdbeben ereignete sich um 21.19 Uhr Ortszeit (15.19 Uhr MESZ) in 20 Kilometer Tiefe. Die Behörden versuchten, Häuser zu evakuieren. „Ich habe es stark gespürt“, sagte der Besitzer eines Hotels nahe des Touristenparks Jiuzhaigou telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Peking. „Aber bei uns wurde niemand verletzt.“

Rund 100 Touristen wurden durch das Beben bei Ganhaizi in dem Nationalpark eingeschlossen, berichtete der Polizeisprecher der Provinzregierung Chen Weide telefonisch der dpa. „Es gibt Tote. Wir warten auf eine Bestätigung der Zahlen.“ Es herrschte erkennbare Verwirrung über die genaue Lage. So war zunächst noch mitgeteilt worden, dass niemand zum Zeitpunkt des Erdbebens im Park gewesen sei.

In Sichuan waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8 mehr als 80 000 Menschen ums Leben gekommen. Die verheerende Katastrophe ereignete sich damals wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking.

In der Provinz Sichuan hatte sich am Morgen nach schweren Regenfällen auch ein Erdrutsch ereignet, bei dem 24 Menschen ums Leben gekommen waren. Vier weitere wurden verletzt. Eine Person galt noch als vermisst, wie Xinhua berichtete.

Der Erdrutsch passierte im Dorf Gengdi im Gebiet von Liangshan. In der Gegend wohnen viele Angehörige der Minderheit der Yi. Nach unbestätigten Angaben wurden 71 Häuser zerstört oder beschädigt. Mehr als 500 Menschen seien von dem Unglück betroffen. Sommerliche Regenfälle suchen seit Wochen viele Teile Chinas heim und sorgen für schwere Überflutungen und Erdrutsche.


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