Siemens erhöht nach Milliardengewinn die Prognose

dpa München. Roland Busch übernimmt den Chefposten bei Siemens. Das frisch umgebaute Unternehmen hat im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres starke Zahlen hingelegt und die Prognose erhöht. Beste Bedingungen für einen angenehmen Abschied des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser.

Siemens erhöht nach Milliardengewinn die Prognose

Der scheidende Vorstandsvorsitzende und der neue Siemens-Chef: Joe Kaeser (l.) und Roland Busch. Foto: Peter Kneffel/dpa

Ein Gewinnsprung gibt Roland Busch Rückenwind für seinen Start als Siemens-Chef. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres, für das er bereits die operative Verantwortung trägt, hat der Konzern 1,5 Milliarden Euro verdient, wie er mitteilte.

Das sind 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nominell übernimmt Busch die Führung bei Siemens mit dem Ende der Hauptversammlung, die ebenfalls heute stattfindet. Angesichts des laut Busch „außerordentlich guten Starts“ erhöht Siemens seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll nun stärker wachsen, der Gewinn auf 5 bis 5,5 Milliarden Euro steigen. Die positive Entwicklung im vergangenen Quartal, das von Oktober bis Dezember lief, wurde insbesondere von einer starken Entwicklung im Geschäftsfeld Digital Industries getrieben.

Einige Branchen wie der Automobilbereich und der Maschinenbau hätten sich deutlich schneller erholt als erwartet, sagte Busch. Vor allem im Dezember sei die Nachfrage gestiegen. „Den Boom in diesen margenträchtigen Geschäften sehen Sie heute im Ertrag.“ Vor allem in China und Deutschland seien die Geschäfte besser gelaufen als erwartet.

Beim Ergebnis halfen auch niedrigere Ausgaben. So sanken die Reisekosten pandemiebedingt um fast zwei Drittel. Im Vorjahresquartal waren sie noch mit rund 270 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Das niedrige Niveau werde man aber nicht halten können, sagte Busch.

„Ich bin dankbar, so ein starkes Unternehmen an die neue Führungsriege übergeben zu dürfen“, sagte der scheidende Konzernchef Joe Kaeser. Wer so stark gegenüber einem noch pandemiefreien Vorjahresquartal wachse, „der muss irgendetwas richtig gemacht haben“, betonte er. Die „enormen Anstrengungen der Vergangenheit“ hätten sich gelohnt.

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