So geht es dem Elefanten Kaavan in Kambodscha

dpa Phnom Penh. Jahrelang lag Kaavan in einem Zoo in Pakistan in Ketten. Jetzt hat für den Dickhäuter in Kambodscha ein neues Leben begonnen - Bäume und Elefantenkühe inklusive.

So geht es dem Elefanten Kaavan in Kambodscha

Elefant Kaavan geht im „Kulen Prom Tep Wildlife Sanctuary“ in der Provinz Oddar Meanchey durch das Gehege. Foto: Uncredited/Environment Ministry/dpa

Vor zehn Tagen ist der berühmte Elefant Kaavan nach jahrzehntelangem Leiden in einem Zoo in Pakistan nach Kambodscha gebracht worden. Dort lebt er jetzt in einem Schutzgebiet.

Für die Freiheit des 35 Jahre alten Dickhäuters hatten sich Pop-Ikone Cher und zahlreiche Tierschützer eingesetzt. Wie geht es Kaavan jetzt?

„Er gewöhnt sich an sein neues Zuhause und wird vom Team vor Ort mit allem versorgt, was er braucht“, sagte Katharina Braun, Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Erstmal lebt er noch in einer "Quarantine Area", aber später soll er in ein größeres Gehege entlassen werden.“

Wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen hatte Kaavan traurige Berühmtheit erlangt und wurde als „einsamster Elefant der Welt“ bekannt. Jahrelang hatte er in einem kleinen Gehege im Marghazar-Zoo in Islamabad in Ketten gelegen.

Die Reise des tonnenschweren Rüsseltiers war monatelang vorbereitet worden, unter anderem musste ein Transportkäfig maßgefertigt werden. „Die Reise war sehr anstrengend für ihn“, sagte der kanadische Elefantenexperte Darrick Thomson, der an den Arbeiten für Kaavans Ankunft mitgewirkt hat. „Er hat das sehr gut gemeistert, ich war beeindruckt.“ Normalerweise litten Elefanten nach so einem Stress unter Blähungen oder Durchfall, „aber Kaavan hatte keins von beidem, sein Kot war ziemlich normal“, so Thomson. „Ein gutes Zeichen.“

Der Dickhäuter bekommt nun auch eine neue Familie: Im Schutzgebiet leben bereits die Elefantenkühe Diploh, Arun Reah und Sarai Mia. Die Drei seien noch etwas zurückhaltend, erzählt Braun. „Er ist schließlich ein großer Bulle.“ Das Team vor Ort werde dafür sorgen, dass sie sich an Kaavans Geruch gewöhnen, und auch mit den Rüsseln könnten sich die Elefanten bereits „beschnuppern“.

Kaavans Ernährung sei derweil auf frisches Gras umgestellt worden. Er sei sehr neugierig auf alles in seiner Umgebung, so etwa auf die Bäume in seinem Gehege, sagt Thomson. „Es ist rührend, sich vorzustellen, dass er in seinem ganzen Leben keine Bäume gekannt hat, und jetzt darf er sie für sich entdecken.“

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