Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Spanien will Puigdemont in Finnland festnehmen lassen

Konflikte

Samstag, 24. März 2018 - 16:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Barcelona/Helsinki. Für die prominenten katalanischen Separatisten wird der Boden heiß. Die spanische Justiz versucht auch im Ausland zuzugreifen. Finnland erklärt sich bereit, den ehemaligen katalanischen Präsidenten Puigdemont festzunehmen. Doch wo ist er?

Carles Puigdemont lebt derzeit in Belgien, um einer Verhaftung zu entgehen. Foto: Markku Ulander

Nach der Erlassung mehrerer Haftbefehle gegen die wichtigsten katalanischen Separatistenführer spitzt sich die politische Krise um Katalonien zu.

In Barcelona unterbrach das katalonische Parlament die Wahl von Jordi Turull zum Regionalpräsidenten, der am Vortag festgenommen worden war. Auf Antrag der spanischen Justiz erklärte sich Finnland bereit, den abgesetzten katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont bei dessen Finnlandbesuch zu verhaften. Allerdings war der 55-Jährige nicht auffindbar.

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte am Freitag Strafverfahren gegen Puigdemont, Turull und weitere elf Regionalpolitiker eröffnet. Gegen sieben ins Ausland ausgewichene Separatisten, darunter Puigdemont, wurden neue Haftbefehle erlassen. Gegen sie wird im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober unter anderem wegen Rebellion ermittelt. Ihnen drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Nach dem Gerichtsentscheid beantragten spanische Behörden mittels eines europäischen Haftbefehls die Festnahme Puidgemonts in Finnland. Dieser war am Donnerstag zu Gesprächen ins Parlament eingeladen und hielt am Freitag einen Vortrag an der Universität Helsinki. Puidgemont habe am Samstag ausreisen wollen, sagte der Abgeordnete Mikko Kärnä der Deutschen Presse-Agentur. Der 55-jährige Katalane lebt derzeit in Belgien, um einer Verhaftung zu entgehen.

In Barcelona hielt der katalonische Parlamentspräsident Roger Torrent trotz der Forderung Madrids nach einer Aussetzung an der Wahl zum Regionalpräsidenten fest. „Ich werde nicht ruhen, bis ich euch in Freiheit sehe“, sagte er an seine inhaftierten Kollegen gerichtet.

Im ersten Wahlgang hatte Turull aufgrund der inneren Spaltung der Unabhängigkeitsbefürworter die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. Der Oberste Gerichtshof Spaniens kam mit der Anordnung auf Untersuchungshaft für Turull einem zweiten Wahlgang zuvor. Der Politiker fehlte damit am Samstag im Parlament in Barcelona. Das Verfassungsgericht hatte zuvor entschieden, dass ein Kandidat im Parlament anwesend sein muss, um sich ins Amt wählen zu lassen.

Die Gerichtsbeschlüsse sorgten für Unmut unter Separatisten. Sie kritisierten den „Autoritarismus“ Spaniens und die Politisierung seines Justizsystems. Bei Protesten am Freitagabend in Barcelona und anderen Städten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Ihr Kommentar zum Thema

Spanien will Puigdemont in Finnland festnehmen lassen

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha