In- und Ausland

Steinmeier und Zeman loben tschechisch-deutsche Beziehungen

Bundespräsident

Donnerstag, 26. August 2021 - 14:16 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Prag. Beim Aufeinandertreffen der Präsidenten von Deutschland und Tschechien finden beide warme Worte über das jeweils andere Land. Nur bei einem Thema gibt es in Prag Skepsis.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender werden vom tschechischen Präsidenten Milos Zeman und dessen Frau an der Prager Burg empfangen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat das Verhältnis zum deutschen Nachbarn als hervorragend bezeichnet.

„Unsere Beziehungen waren noch nie so gut wie in der Gegenwart“, sagte der 76-Jährige nach einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in Prag. Er bedankte sich besonders für deutsche Hilfe während der Corona-Pandemie.

Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im Herbst vergangenen Jahres waren Bundeswehrärzte in einem Militärkrankenhaus in Prag im Einsatz gewesen. Zudem hatten sich Sachsen und Bayern zur Aufnahme von Intensivpatienten bereiterklärt, wozu es aber letztlich nicht kam.

Zeman würdigte besonders, dass Steinmeier am Vormittag als erstes deutsches Staatsoberhaupt einen Kranz an der Gedenkstätte für die Heydrich-Attentäter niedergelegt hatte. „Ich verstehe das als eine sehr symbolische Geste“, sagte er. Die tschechoslowakischen Widerstandskämpfer Jan Kubis und Jozef Gabcik hatten 1942 einen Anschlag auf den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich verübt, einen der führenden Köpfe Hitler-Deutschlands. Heydrich starb wenige Tage später an den Folgen seiner Verletzungen.

Steinmeier betonte, die beiderseitigen Beziehungen könnten kaum besser sein. „Das ist ein Schatz, den wir pflegen müssen, gerade auch für die künftigen Generationen.“

Zum Besuch an der Gedenkstätte für die Heydrich-Attentäter und die mehreren Hundert Opfer bei den folgenden Racheaktionen der Nazis sagte der Bundespräsident: „Gerade im Bewusstsein dieser schwierigen Geschichte, über die wir miteinander verbunden sind, können wir uns heute darüber freuen, dass unsere Nachbarschaft, unsere Partnerschaft, unsere Freundschaft ein so festes Fundament gewonnen hat, dass sie geradezu unabhängig geworden ist von den politischen Konstellationen auf der einen oder anderen Seite.“

Kritisch äußerte sich Zeman zur deutschen Energiewende mit dem Auslaufen von Atomenergie und Kohleverstromung. Tschechien werde sich anschauen, welche Folgen das haben werde. „Wenn es zu einem Mangel an Elektrizität kommt, wird Tschechien als bedeutender Exporteur sehr gerne bereit sein, Strom in die Bundesrepublik zu liefern - zu einem vernünftigen Preis.“ Die Regierung in Prag hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung bis 2040 von rund einem Drittel auf die Hälfte auszubauen.

© dpa-infocom, dpa:210826-99-976326/2

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