In- und Ausland

Streit um Klinik-Aufenthalt: Clan-Mitglied muss ausreisen

Gesellschaft

Donnerstag, 20. Februar 2020 - 12:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Hannover. Seit Tagen gibt es Wirbel um die Behandlung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds aus Montenegro, das an der Medizinischen Hochschule in Hannover behandelt wird. Nun soll der Mann sofort das Land verlassen.

Ein Polizeifahrzeug steht vor der Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das in Hannover behandelte mutmaßliche Clan-Mitglied soll aus Deutschland ausgewiesen werden. Der Schwerverletzte aus Montenegro sei verpflichtet, die Bundesrepublik sofort zu verlassen, teilte das niedersächsische Innenministerium an diesem Donnerstag mit.

Die Stadt Hannover habe dem Mann „auf Bitten und in enger Abstimmung“ mit dem Ministerium am Mittwochabend eine entsprechende Verfügung zugestellt. Dabei sei „die sofortige Vollziehbarkeit der Verfügung“ angeordnet worden. Vom Anwalt des Mannes gab es hierzu zunächst keine Stellungnahme.

Um den Aufenthalt des Montenegriners, der seit Tagen von zahlreichen Polizisten in der Klinik bewacht wird, hatte es heftigen Streit gegeben. Der Steuerzahlerbund verlangt etwa, die immensen Kosten für den Einsatz dem Privatpatienten beziehungsweise seiner „Clan-Familie“ in Rechnung zu stellen. Auch die Ehefrau des 35-Jährigen, die in einem Hotel in der Nähe wohnt, wurde dem Vernehmen nach bewacht. Abgeordnete in Hannover verlangten Aufklärung von der rot-schwarzen Landesregierung. Selbst vom Verdacht der Geldwäsche war die Rede.

„Der Ausländer ist verpflichtet, das Bundesgebiet umgehend zu verlassen“, heiß es nun aus dem Innenministerium. „Die Ausweisungsverfügung wurde notwendig, da von dem Aufenthalt des Patienten in der MHH eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht.“ Sollte der Mann nicht freiwillig ausreisen, werde er abgeschoben.

An der MHH hatten sich seit Tagen Szenen wie aus einem Kinothriller abgespielt. Der Patient soll in eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte verwickelt sein. Am 7. Februar war das mutmaßliche Mafia-Mitglied aus Montenegro eingeflogen, um seine Ende Januar erlittenen Schussverletzungen behandeln zu lassen.


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