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Studie: Geringere Beiträge bei nur einer Krankenversicherung

Gesundheit

Montag, 17. Februar 2020 - 05:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Gütersloh. Wenn alle Bürger gesetzlich versichert wären, könnten die Beiträge einer Studie zufolge spürbar sinken.

Die Studie basiert auf den aktuellsten Daten (2016) einer jährlich durchgeführten Wiederholungsbefragung von rund 12.000 Haushalten. Foto: picture alliance / dpa

Bezieht man die finanziell leistungsstärkeren Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ein, könnten jedes aktuell in der GKV versicherte Mitglied und sein Arbeitgeber zusammen im Schnitt 145 Euro pro Jahr sparen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Berliner Iges-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Laut der Untersuchung verdienen Privatversicherte - Gutverdiener, Beamte, einkommensstarke Selbstständige - durchschnittlich 56 Prozent mehr als gesetzlich Versicherte. Sie seien auch tendenziell gesünder. Wären sie in der GKV, käme diese auf einen jährlichen Nettofinanzüberschuss von 8,7 bis 10,6 Milliarden Euro, berechnet die Studie. Der Beitragssatz könnte dann um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte sinken. In Europa leiste sich nur Deutschland ein duales System. Damit entziehen sich Privatversicherte einem Solidarausgleich, wie die Stiftung kritisierte.

Die Studie basiert auf den aktuellsten Daten (2016) einer jährlich durchgeführten Wiederholungsbefragung von rund 12.000 Haushalten. 2016 - wie auch aktuell - waren rund 8,8 Millionen Menschen privat versichert. Die GKV zählte 2016 rund 70,4 Millionen Versicherte, derzeit sind es vor allem zuwanderungsbedingt gut 73,2 Millionen, sagte Stiftungsexperte Stefan Etgeton. Gleiche man Ärzten die Honorarverluste aus, die ihnen ein PKV-Wegfall verursachen würde, geht die Simulation von einem um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte niedrigeren Beitragssatz aus.


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