Sudans Militär will „wichtige“ Erklärung abgeben

dpa Khartum. Die sudanesische Armee hat nach wochenlangen Anti-Regierungs-Protesten einem staatlichen Radiosender zufolge eine „wichtige Erklärung“ angekündigt. Weitere Einzelheiten wurden am Donnerstagmorgen zunächst nicht bekannt.

Sudans Militär will „wichtige“ Erklärung abgeben

Demonstration in der Nähe des militärischen Hauptquartiers in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise protestieren seit Monaten Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef al-Baschir. Foto: Uncredited/AP

Allein die Ankündigung weckte aber Erwartungen, dass das Militär die Proteste gegen Präsident Omar Hasan al-Baschir und die Rücktrittsforderungen ansprechen wird und dass sich nach dessen 30 Jahre langer Herrschaft möglicherweise ein Machtwechsel abzeichnet.

Ein Verband sudanesischer Fachleute rief zudem am Donnerstag die Menschen dazu auf, erneut an einer Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte der Hauptstadt Khartum teilzunehmen und zu protestieren.

Seit Monaten demonstrieren Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef Al-Baschir, der das Land im Nordosten Afrikas seit drei Jahrzehnten mit harter Hand regiert. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die schwere Wirtschaftskrise, in der sich der Sudan seit Jahren befindet. Doch die Proteste richteten sich zunehmend gegen den 75 Jahre alten Präsidenten selbst.

Dieser versuchte zunächst gegenzusteuern: Im Februar verhängte Al-Baschir einen Ausnahmezustand, löste seine Regierung und die der Bundesstaaten auf und erklärte, er würde als Chef der Regierungspartei zurücktreten. Dies entschärfte die Lage aber nicht.

Die Proteste spitzten sich seit dem Wochenende zu, Tausende Menschen versammelten sich täglich zu einer Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte, die auch gleichzeitig die Residenz von Al-Baschir ist. Sicherheitskräfte gingen teilweise mit scharfer Munition vor und töteten einem Ärzteverband zufolge mindestens 21 Menschen. Dabei stellten sich Angaben aus Khartum zufolge auch Teile der Streitkräfte auf die Seite der Demonstranten und lieferten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften.