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In- und Ausland

Syrische Truppen treiben Keil in Ost-Ghuta

Konflikte

Donnerstag, 8. März 2018 - 12:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Damaskus. Der Feldzug zur Rückeroberung Ost-Ghutas läuft. Syrische Truppen und ihre Verbündeten dringen immer tiefer in das Rebellengebiet östlich von Damaskus vor. Die UN-Resolution zur Waffenruhe hindert sie nicht.

Ein verletztes Kind nach einem Angriff auf die Stadt Hamuriya in einem Krankenhaus. Foto: Anas Alkharboutli

Syrischen Regierungstruppen ist am Mittwochabend anscheinend ein tiefer Vorstoß in das Rebellengebiet Ost-Ghuta gelungen.

Unter dem Schutz heftigen Artilleriefeuers hätten die Soldaten und verbündete Milizen einen Keil in das Rebellengebiet östlich der Hauptstadt Damaskus getrieben und es aufgespalten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Regierungsverbände seien in die Siedlungen und Gehöfte von Beit Saua und Al Aschari vorgedrungen, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten den Nordteil der Region Ost-Ghuta um die Städte Duma und Harasta vom Südteil um Hamurijeh und Arbin getrennt.

Seit Beginn ihres Vormarsches haben die regierungstreuen Truppen den Angaben nach nun rund die Hälfte des Rebellengebietes in der Region Ost-Ghuta erobert. Sie verfolgten dabei „dieselbe Taktik wie in Ost-Aleppo 2015“, sagte Abdel Rahman. „Erst spalten sie die Region und dann werden die Zivilisten in ein kleines Gebiet gedrängt.“

Er erwarte, dass die Regierungstruppen nun den Beschuss dieser Gebiete verstärken würden, in denen die Zivilisten zusammengedrängt seien. „Das geschieht unter den Augen der Weltgemeinschaft und die Zivilbevölkerung von Ost-Ghuta zahlt wieder einen hohen Preis“, sagte er. Der Aktivist Abu Ahd berichtete der dpa aus dem Rebellengebiet, nach der Intensivierung des Artilleriefeuers am Mittwoch seien mindestens 45 Menschen getötet worden.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte am Mittwoch die syrische Führung aufgefordert, ihren „katastrophalen Kurs“ in Ost-Ghuta umzukehren. Seit Mitte Februar sollen dort mehr als 800 Zivilisten umgekommen sein. Über getötete Soldaten und zumeist islamistische Rebellen gibt es keine Angaben.

Während die Regierung Truppenverstärkungen in das Kampfgebiet schickte, versuchen die Rebellen, über Gespräche mit der Türkei eine Waffenruhe für Ost-Ghuta zu erreichen. Die Türkei spricht sich im Syrienkrieg mit Russland ab, dem wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung.

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits im Februar eine Waffenruhe für ganz Syrien gefordert, aber nicht völkerrechtlich verbindlich beschlossen. Er hatte dabei zudem den Kampf gegen Terrormilizen wie Al-Kaida von der Waffenruhe ausgenommen, was die Kampfparteien argumentativ zur Rechtfertigung weiterer Angriffe nutzen.

Ost-Ghuta wird seit 2013 von Regierungstruppen belagert und mehrheitlich von islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. In dem Kampfgebiet sollen 400 000 Menschen leben; die UN und das Rote Kreuz versuchen, sie mit humanitären Lieferungen zu unterstützen.

Am 4. April will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani zu einem Gespräch über den Syrienkrieg empfangen, wie die türkische Agentur Anadolu berichtet. Die drei Staaten sind die Garantiemächte im sogenannten Astana-Prozess, der zu einer Waffenruhe in Syrien führen soll. Die Außenminister der drei Staaten wollen sich bereits am 16. März in der kasachischen Hauptstadt Astana treffen.

Ein syrischer Soldat hält hinter einer Mauer in einem Vorort von Damaskus Wache. Foto: Ammar Safarjalani/Xinhua

Syrische Soldaten bereiten sich auf den Vormarsch auf ein von Rebellen besetztes Viertel vor. Foto: Ammar Safarjalani/Xinhua

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