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In- und Ausland

Tourismusbeauftragter: Vorerst keine großen Fernreisen

Tourismus

Sonntag, 26. April 2020 - 06:39 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Viele Bürger fragen sich derzeit, was mit ihrem Sommerurlaub passiert. Balkonien statt Karibik - oder doch an die Ostsee? Aber wenn, dann nur unter klare Sicherheitskriterien.

Ein für die Öffentlichkeit gesperrter Strand in Frankreich. Foto: Serge Haouzi/XinHua/dpa

In der Corona-Krise hält der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, Sommerurlaub in Deutschland für möglich - aber keine großen Fernreisen. Er sprach sich allerdings für vorsichtige Lockerungen bei der geltenden weltweiten Reisewarnung aus.

Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Große Fernreisen werden in diesem Jahr eher ausfallen. Es steht für viele Heimaturlaub auf dem Programm. Ich gehe davon aus, dass das möglich sein wird, hoffentlich auch schon im Sommer.“ Dazu brauche es aber klare Sicherheitskriterien. „Sicherheitsabstände, regelmäßige Desinfektion oder auch Tests für Personal und Mitarbeiter sind sicher vorstellbar.“

Deutschland sei groß und habe sehr viele schöne Reiseziele. „Aber in der Tat kann es natürlich an besonders beliebten Zielen auch zu Problemen kommen. Sicherheitsregeln und Abstand spielen diesen Sommer eine große Rolle. Handtuch an Handtuch am Nordseestrand wird es dieses Jahr nicht geben. Die Menschen sind bisher sehr verantwortungsvoll mit der Lage umgegangen und ich vertraue darauf, dass Reisen, wenn auch mit Einschränkungen, möglich sein wird.“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner rät unter den jetzigen Umständen dazu, in Deutschland Sommerurlaub auf dem Land zu machen. „Im ländlichen Raum gibt es viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). „Auch in vielen Landgasthöfen mit großen Außenbereichen gibt es Platz für ausreichend Abstand zueinander. Für diese Bereiche könnte ich mir gut vorstellen, dass sie Teil unserer Urlaubsplanungen sein könnten, wenn Abstands- und Hygieneregeln auch wirklich einzuhalten sind.“

Bareiß, der auch parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist, sagte weiter: „Für Restaurants, Freizeitparks oder Busreisen hoffe ich sehr, dass wir Schritt für Schritt die Einschränkungen lockern können.“

Restaurants bricht derzeit ein Großteil der Einnahmen weg, sie müssen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus weiter geschlossen bleiben - möglich ist nur die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch Freizeitparks haben dicht, Busreisen sind nicht möglich.

Zur weltweiten Reisewarnung für Touristen, die bis zum 3. Mai gilt, sagte Bareiß, diese habe das Auswärtige Amt ausgesprochen. „Das ist ohne Frage eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, bei der unterschiedliche Aspekte abgewogen werden müssen.“ Ende April soll entschieden werden, wie mit der Reisewarnung weitergeht.

„Aus Sicht der Wirtschaft und des Tourismus würde ich es begrüßen, wenn in laufenden Abständen die Lage neu bewertet wird und gegebenenfalls Anpassungen und vielleicht auch vorsichtige Lockerungen vorgenommen werden“ sagte Bareiß. „Wir brauchen transparente Meilensteine und keine unbefristete Reisewarnung. Wie gesagt, wir fahren auf Sicht und Gesundheit und Sicherheit haben immer oberste Priorität.“

Die Corona-Krise habe die Reisewirtschaft schon von Beginn an hart getroffen. „Man muss davon ausgehen, dass auch nach dem schrittweisen Lockern der Maßnahmen die Reisebranche leiden wird. Es wird leider lange dauern, bis die Branche das frühere Umsatzniveau erreichen wird“, sagte Bareiß.

„Umso länger die Beschränkungen gelten, umso dringender werden weitere Hilfen. Auch unser Zuschussprogramm muss für besonders hart und vor allem längerfristig betroffene Unternehmen aufgestockt werden, Messen, Großveranstaltungen oder Volksfeste werden sicher noch einige Monate nicht möglich sein“, sagte der CDU-Politiker. Die davon betroffenen Wirtschaftszweige müssen durchhalten und brauchen unsere Hilfe. Dafür sehe ich noch Spielraum.“

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