In- und Ausland

Türkei: Inhaftiertem Deutschen „geht es schlecht“

Konflikte

Freitag, 13. April 2018 - 14:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Istanbul. Die Angehörigen eines in der Türkei unter Terrorvorwürfen inhaftierten 73-jährigen Deutschen sorgen sich um dessen verschlechterten Gesundheitszustand. Ihr Vater Enver Altayli leide an einer Schilddrüsen-Überfunktion, sagte die Tochter Zehra Der der dpa in Istanbul.

Der 73-jährige Enver Altayli sitzt seit mehr als sieben Monaten wegen Terrorvorwürfen in Ankara in Isolationshaft. Foto: Familie

„Die Medikamente schlagen nicht mehr an, seine Werte sind sehr schlecht“, sagte sie. Ärzte befürchteten, dass die erhöhten Werte „unter anderem zu schwerwiegenden lebensbedrohlichen Herzproblemen“ führen könnten.

Zehra Der sagte: „Meinem Vater geht es schlecht. Er müsste eigentlich stationär im Krankenhaus behandelt werden.“ Die Behörden hätten allerdings zwei Anträge abgelehnt, ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Sie hielten seinen Zustand nicht für ernst genug.

Im vergangenen Jahr war es wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara gekommen. Altayli wurde am 20. August in Antalya festgenommen, wo die Familie eine Ferienanlage betreibt. Sechs Tage später wurde U-Haft wegen Terrorvorwürfen gegen ihn verhängt. Er sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Sincan in Ankara. Seine Tochter sagte, die Familie stehe weiter in Kontakt mit der deutschen Botschaft.

Nach dem Protokoll der Gerichtsverhandlung zur Untersuchungshaft wird Altayli verdächtig, für die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen Straftaten begangen zu haben. Altayli weist alle Vorwürfe zurück. Die türkische Regierung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.


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