In- und Ausland

Türkische Presse verärgert über Erdogan-Redeverbot

Konflikte

Freitag, 30. Juni 2017 - 10:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Istanbul. Die regierungsnahe türkische Presse hat auf das Verbot eines Auftritts von Präsident Recep Tayyip Erdogan vor Anhängern in Deutschland durch die Bundesregierung verärgert reagiert. 

Erdogan-Auftritt in der Kölner Lanxess-Arena im Mai 2014. Foto: Oliver Berg

Die regierungstreue Tageszeitung „Yeni Safak“ warf Deutschland „offene Feindschaft“ vor. Führende deutsche Politiker würden der Türkei gegenüber „ständig feindselige Bemerkungen“ machen, so „Yeni Safak“. 

Die für ihre aggressive Berichterstattung bekannte regierungsnahe Zeitung „Takvim“ titelte: „Sie haben Angst wie immer“. Dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der sich gegen einen Auftritt Erdogans ausgesprochen hatte, warf „Takvim“ zusätzlich vor, die verbotene türkische Arbeiterpartei PKK und die Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen in Schutz zu nehmen.

Viele Zeitungen reagierten jedoch verhalten auf das Auftrittsverbot für Erdogan vor Anhängern in Deutschland am Rande des Hamburger G20-Gipfels. Im Vorfeld des türkischen Referendums im April hatten Redeverbote für türkische Politiker in verschiedenen deutschen Städten für ein sehr aggressives Presseecho in der Türkei gesorgt.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan winkt am 27.02.2011 in Düsseldorf seinen Landsleuten zu. Foto: Henning Kaiser

Begeisterte Erdogan-Anhänger schwenken im Mai 2014 in der Kölner Lanxess-Arena ihre Fahnen. Foto: Oliver Berg

Schwieriges Verhältnis: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beim Nato-Gipfel. Foto: Nato

Die türkische Tageszeitung „Sözcü“ bildete Angela Merkel vor einem Jahr in Naziuniform und Hitlerbart auf der Titelseite ab. Foto: Linda Say

Weiter in türkischer Haft: Der deutsche Journalist und „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sitzt seit Februar im Gefängnis. Ihm wird „Terrorunterstützung“ vorgeworfen. Foto: Can Merey/Archiv

Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager in Gaziantep (Türkei). Archivbild Foto: Uygar Onder Simsek / Moku

Bald Vergangenheit: Bundeswehr-Tornado auf dem Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik. Foto: Falk Bärwald/Bundeswehr


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