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In- und Ausland

UN-Botschafter: Untersuchung in Syrien beginnt erst heute

Konflikte

Mittwoch, 18. April 2018 - 07:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Damaskus. Wurde in Syrien Giftgas eingesetzt? Das sollen Chemiewaffenexperten in Ost-Ghuta klären. Eine andere Frage dagegen werden sie unbeantwortet lassen.

Menschen stehen vor zerstörten Gebäuden in Duma. Hier soll ein mutmaßlicher Chemiewaffenanschlag passiert sein. Foto: Hassan Ammar/AP

Die internationalen Experten für Chemiewaffen werden ihre eigentlichen Untersuchungen zum mutmaßlichen Giftgasangriff in der Stadt Duma nach syrischen Angaben erst heute beginnen.

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Sie hätten sich am Dienstag zunächst einen Eindruck über die Sicherheit vor Ort verschafft, sagte Syriens UN-Botschafter Baschar al-Dschafari in New York. Heute solle dann die eigentliche Arbeit beginnen. Syrien habe alles getan, um ihre Arbeit zu ermöglichen, sagte al-Dschafari.

Die neun internationalen Spezialisten der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sollen prüfen, ob dort in Duma am 7. April chemische Substanzen gegen Zivilisten eingesetzt wurden. Westliche Staaten machen die syrische Regierung dafür verantwortlich. Nach Angaben der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden bei einem Angriff mehr als 40 Menschen getötet.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten mit dem Gasangriff ihre Luftattacke auf Giftgaseinrichtungen in Syrien gerechtfertigt. Dabei waren am Samstag mehr als 100 Marschflugkörper eingesetzt worden.

Das Experten-Team war am Dienstag in der Stadt Duma in Ost-Ghuta eingetroffen. Wie Sicherheitskreise aus Damaskus der dpa sagten, fuhr das Team unter russischem Schutz in Duma ein und wurde zunächst zu einem Krankenhaus gebracht, in dem Opfer behandelt werden. Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Die Experten sollen demnach drei Tage in dem Gebiet arbeiten. Die Mission der OPCW soll allerdings keine Schuldigen benennen, sondern die Frage klären, ob Giftgas eingesetzt wurde oder nicht.

Experten gehen davon aus, dass auch zehn Tage nach einem Chemiewaffenangriffe noch Hinweise auf benutze Substanzen gefunden werden können - zum Beispiel durch eine höhere Konzentration in Gebäuden oder der Umwelt. Auch Symptome von Opfern können auf gewisse Stoffe hindeuten. So ist das Nervengas Sarin auch noch nach Wochen in Blut und Bodenproben nachweisbar. Auch Chlorgas hinterlasse eine chemische Signatur.

Entscheidend ist dabei, welchen Zugang die Experten zu dem Gebiet, Opfern und Zeugen bekommen. Die einstige Rebellenhochburg Ost-Ghuta - und damit auch der Ort des mutmaßlichen Angriffs - befindet sich seit seiner Eroberung am Wochenende unter der Kontrolle von der syrischen Regierung und seinem Verbündeten Russland. Frankreich hatte zuvor die Sorge geäußert, dass am mutmaßlichen Tatort Beweise beiseite geschafft werden könnten.

Die westlichen Verbündeten hatten in den vergangenen Tagen angegeben, Beweise dafür zu haben, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad hinter der Tat steckt. Eine unabhängige Untersuchung legte eine Beteiligung der Regierung nahe. Syrien und sein Verbündeter Russland weisen die Anschuldigungen zurück. Der Chemiewaffeneinsatz sei inszeniert worden, sagen sie.

Russland zerschlug unterdessen Hoffnungen auf eine neue UN-Resolution zum Syrienkonflikt. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte am Dienstag, die in dem vom Frankreich vorgelegten Resolutions- Entwurf enthaltenen Vorschläge würden schon von bestehenden Resolutionen gedeckt und müssten schlicht umgesetzt werden. Weitere Schritte des UN-Sicherheitsrats zu Syrien waren in dessen Sitzung zum Konflikt nicht absehbar.

Ein Junge holt im syrischen Duma durch ein Beatmungsgerät Luft. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

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