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In- und Ausland

UN-Generalsekretär ruft zu Deeskalation in Syrien auf

Konflikte

Sonntag, 11. Februar 2018 - 08:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa New York/Washington. Syrien schießt einen israelischen Kampfjet ab. Der UN-Generalsekretär zeigt sich besorgt über die Ausweitung der Gewalt über die Grenzen des Bürgerkriegslandes hinaus. Washington gibt derweil dem Iran die Schuld und unterstützt Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Antonio Guterres, Generalsekretär der UN, ist besorgt über die Ausweitung der Gewalt in Syrien (Archivbild). Foto: XinHua/dpa

Nach dem Abschuss eines israelischen Kampfflugzeugs durch die syrische Luftabwehr nahe der gemeinsamen Grenze, hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres alle Parteien zu einer „sofortigen und bedingungslosen Deeskalation der Gewalt“ aufgerufen.

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Eine politische Lösung sei „der einzige Weg, um die Gewalt und das schreckliche Leid der syrischen Bevölkerung zu beenden“, sagte ein Sprecher in New York am Samstag (Ortszeit). Der Generalsekretär beobachte sowohl die „alarmierende militärische Eskalation“ innerhalb Syriens wie auch deren gefährliche Ausdehnung über die Landesgrenzen hinweg.

Am Samstag hatte die syrische Luftabwehr in der Nähe der Grenze zu Israel ein israelisches Kampfflugzeug abgeschossen. Israels Luftwaffe flog in mehreren Wellen Angriffe in Syrien und bombardierte nach eigener Darstellung „iranische Ziele“ und die Luftabwehr. Beschossen wurde syrischen Angaben zufolge unter anderem der strategisch wichtige Militärflughafen T4 im Zentrum des Bürgerkriegslandes. Er gilt als Stützpunkt der Armee und ihrer Verbündeten, die eng mit dem schiitischen Iran verbunden sind.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte am Abend vor einer neuen Eskalation. Sein Land strebe nach Frieden, werde sich aber gegen jeden Angriff und jeden Versuch verteidigen, „seine Souveränität zu verletzen“, erklärte er. „Der Iran will syrisches Gebiet dazu benutzen, Israel anzugreifen, mit dem erklärten Ziel, Israel zu zerstören.“

Israel hatte nach eigenen Angaben mit der Welle von Luftangriffen in Syrien auf das Eindringen einer iranischen Drohne in sein Gebiet reagiert. Der Iran dementiert jedoch, eine solche Drohne eingesetzt zu haben.

Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Partner der Regierung in Damaskus. Die vom Iran finanzierte und mit Israel verfeindete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah kämpft an der Seite der Armee. Auch Israel sieht in der bewaffneten Gruppe eine große Bedrohung.

Die israelische Luftwaffe hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Angriffe gegen Ziele in Syrien geflogen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die meisten gegen die Hisbollah richten. So will Israel verhindern, dass sich die Miliz weiter aufrüsten kann.

Die Hisbollah erklärte, der Abschuss des israelischen Jets läute „den Beginn einer neuen strategischen Phase ein, die der Verletzung des syrischen Luftraums und Landes Grenzen setzt“. Nach Angaben des israelischen Militärs führte Israel allerdings Stunden nach den ersten Angriffen erneut Luftangriffe innerhalb Syriens durch. Dabei sei ein Dutzend zusätzliche Ziele getroffen worden.

Washington betonte unterdessen Israels Recht zur Selbstverteidigung. Die Vereinigten Staaten seien zutiefst besorgt über „die heutige Eskalation der Gewalt über die israelische Grenze“, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Nauert am Samstag (Ortszeit). Die US-Regierung unterstütze „Israels souveränes Recht auf Selbstverteidigung“.

Die „kalkulierte Eskalation der Bedrohung“ durch den Iran und das Bestreben des Landes, seine Macht zu zeigen, gefährde alle Menschen der Region - „vom Jemen bis zum Libanon“, so Nauert. Die USA würden weiterhin gegen die Gesamtheit der böswilligen Aktivitäten des Irans in der Region vorgehen. Washington fordere den Iran auf, Verhaltensweisen einzustellen, die Frieden und Stabilität in der Region bedrohten.

Das Verhältnis zwischen Washington und Teheran ist derzeit unter anderem wegen des Atomabkommens gespannt. Die USA halten das Abkommen für unzureichend. Der Iran hofft auf ein Fortbestehen des Deals.

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