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US-Forscher: Erde speichert „beispiellos“ mehr Wärme

Klima

Samstag, 19. Juni 2021 - 12:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Seattle/Hampton. Zahlen zum Klimawandel: Die Erde nimmt immer mehr Wärme auf und sondert weniger Strahlung ab, berichten amerikanische Behörden. Vor allem die Ozeane sind betroffen.

Die Sonne geht hinter Hochspannungsmasten auf (Symbolfoto). Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Erde hat nach Erkenntnissen von US-Wissenschaftlern in den vergangenen 15 Jahren deutlich mehr Wärme absorbiert.

Zwischen 2005 und 2019 habe sich das sogenannte Energieungleichgewicht der Erde fast verdoppelt, teilten Forscher des amerikanischen Klimaamts NOAA und der Raumfahrtbehörde Nasa in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ mit. Dieser Trend sei in erster Linie auf eine Zunahme der absorbierten Sonnenstrahlung wegen einer verringerten Reflexion durch Wolken und Meereis zurückzuführen. Gleichzeitig habe die langwellige Strahlung von der Erde ins All, durch die Energie und damit Wärme abgegeben wird, unter anderem wegen mehr Treibhausgasen in der Atmosphäre abgenommen.

Zugrunde liegt ein empfindliches energetisches Gleichgewicht auf der Erde: Auf der einen Seite werden Sonnenstrahlen von der Atmosphäre und der Erdoberfläche aufgenommen, auf der anderen Seite gibt die Erde Infrarotstrahlung ins All ab. Wenn sich beide Prozesse die Waage halten, ist die Energiebilanz ausgeglichen. Eine positive Energiebilanz bedeutet dabei, dass sich die Erde aufwärmt. Da etwa 90 Prozent der dieser überschüssigen Energie von den Ozeanen absorbiert wird, heizt sich das Wasser in den Meeren auf.

Das Energieungleichgewicht kann aber auch durch natürlich Faktoren beeinflusst werden. Den Wissenschaftlern zufolge dürfte vor allem die Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO) dabei eine Rolle gespielt haben. Bei ihr verändert sich die Temperatur des Oberflächenwassers im Pazifik deutlich - eine besonders warme Phase wie zwischen 2014 und 2020 trägt dazu bei, dass deutlich mehr Sonnenstrahlung von der Erde absorbiert wird.

„Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus menschlichen Treibern und interner Veränderung (der Erde)“, sagte der Leiter der Studie, Norman Loeb. Menschliche und natürliche Faktoren verursachten zusammen „eine Erwärmung, die zu einer ziemlich großen Veränderung des Energieungleichgewichts der Erde führt. Das Ausmaß der Zunahme ist beispiellos.“ Loeb betonte, dass die Studie nur eine Momentaufnahme in Bezug auf den langfristigen Klimawandel ist und dass es nicht möglich ist, mit Sicherheit vorherzusagen, wie der Energiehaushalt der Erde in den kommenden Jahrzehnten aussehen könnte.

© dpa-infocom, dpa:210619-99-57407/2

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