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US-Präsidentenwahl: Biden braucht noch einen Staat

Wahlen

Donnerstag, 5. November 2020 - 02:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten bei der Wahlschlacht in den USA sieht sich Präsidentschaftskandidat Joe Biden vor einem Sieg über Amtsinhaber Donald Trump.

„Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen“, sagt Joe Biden bei einer Rede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Mit den von US-Sendern ausgerufenen wichtigen Siegen in Michigan und Wisconsin steht Joe Biden kurz vor dem Ziel: Ihm fehlte am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nur noch ein Staat zum Wahlsieg und es schien möglich, dass die dafür nötige Auszählung noch am Abend (Ortszeit) vorliegt.

In Nevada hatte die Innenministerin erklärt, doch noch Mittwochabend weitere Zahlen veröffentlichen zu wollen. Dort hatte Biden nach Auswertung von mehr als 85 Prozent der Stimmen wie erwartet bereits geführt. Die noch fehlenden Briefwahlstimmen dürften auch in seine Richtung gehen, es war aber unklar, ob die neuen Zahlen ausreichen würden, dass Medien noch am Abend einen Sieger ausrufen. In Nevada gelten auch Stimmen, die bis zum 10. November eingehen, aber maximal den Poststempel vom Wahltag am Dienstag tragen.

In Georgia lag Biden um einige zehntausend Stimmen hinten. Offizielle hatten dort ebenfalls mit Ergebnissen aus weiteren Countys bis um 21.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr deutscher Zeit) gerechnet, darunter Fulton County mit der demokratenstarken Metropole Atlanta. Kommentatoren hielten es für möglich, dass der Demokrat den Staat noch dreht.

Mehr Stimmen fehlten in Pennsylvania. Dort stand laut der Statistikseite Fivethirtyeight noch die Zählung von rund einem Sechstel aller Stimmen aus. Dort lag Trump rund 300.000 Stimmen vorne, doch die meisten Fehlenden waren auch per Briefwahl abgegeben worden. Hier hatten Offizielle angedeutet, dass möglicherweise erst am Donnerstag oder Freitag belastbare Zahlen vorliegen könnten.

Den Bundesstaat Arizona hatten US-Sender und die Nachrichtenagentur AP bereits Biden zugeschlagen. Zunächst gab es keine Anzeichen, dass sich das gesamte Rennen noch drehen würde. Dort standen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) noch rund 600.000 Stimmen aus. Für 19.00 Uhr (03.00 Uhr MEZ) hatte Maricopa County mit der Metropole Phoenix weitere Zahlen angekündigt. Trumps Team hoffte auf einen größeren Fehler in Arizona und Siege in Pennsylvania und Georgia. Dann käme der Präsident doch noch auf eine Mehrheit.

Im Biden zugesprochenen Wisconsin hatte dieser laut der vorläufigen vollständigen Zählung mit rund 20.000 Stimmen oder etwa 0,7 Prozentpunkte vorne gelegen. Die Republikaner kündigten an, eine Nachzählung zu beantragen - in früheren Jahren hatten sich dabei meist nur einige hundert Stimmen verschoben.

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden. In den drei Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen.

© dpa-infocom, dpa:201105-99-215632/2

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