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In- und Ausland

Über 50 Tote bei verheerendem Selbstmordanschlag in Somalia

Konflikte

Sonntag, 15. Oktober 2017 - 10:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Mogadischu. Immer wieder kommt es in dem von Konflikten und Terror gebeutelten Somalia zu Anschlägen gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte. Doch die jüngste Selbstmordattacke in Mogadischu ist besonders verheerend.

Somalier suchen nach dem Selbmordanschlag in Mogadischu nach Überlebenden. Foto: Farah Abdi Warsameh

Bei einem der wohl schwersten Selbstmordanschläge der vergangenen Zeit in Somalia sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Zudem seien bei der Explosion einer Lastwagenbombe im Zentrum der Haupstadt Mogadischu rund 80 Menschen verletzt worden, sagte der Polizist Mohamed Dahir.

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Die meisten Opfer seien Zivilisten, sagte Mohamed Yusuf, ein Mitarbeiter des Madina-Krankenhauses, in das viele der Opfer gebracht wurden. Nach Angaben Dahirs starben auch mehrere Soldaten. Der Polizei zufolge könnte die Zahl der Toten weiter steigen.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der Informationsminister des Landes machte aber die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Was genau das Ziel des Anschlags war, war zunächst unklar.

Ein Lastwagen sei am Samstag mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt oder aus dem Weg geschoben, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hatten demnach versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich dort in die Luft.

Die Explosion habe umliegende Gebäude massiv beschädigt, berichtete ein dpa-Reporter, der sich zu der Zeit des Anschlags in der Nähe befand. Einige Gebäude seien ganz oder teilweise eingestürzt. Noch in einer Entfernung von Hunderten Metern gingen demnach Fenster und Türen von Häusern kaputt. Der Bürgermeister von Mogadischu, Thaabid Abdi, forderte Bagger an, um Opfer aus den Trümmern zu bergen.

In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Augenzeugen berichteten, womöglich sei ein bei Regierungsmitarbeitern, Journalisten und aus dem Ausland zurückkehrenden Somalis beliebtes Hotel Ziel des Attentäters gewesen.

„Ich habe noch nie so einen schlimmen Anschlag gesehen“, sagte Ahmed Hassan, ein Augenzeuge. „Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben.“ Ein weiterer Augenzeuge, Abdiasis Qorane, sagte, sein Auto sei eines von mehr als hundert Fahrzeugen gewesen, die durch die Explosion ausbrannten. „Überall war Blut“, sagte er.

Somalias Informationsminister Abdirahman Yarisow verurteilte den Angriff und machte die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. „Die Regierung arbeitet daran, Informationen über die genaue Todeszahl dieses entsetzlichen Angriffs durch Terroristen zu sammeln“, sagte er im staatlichen Radiosender.

In Somalia kommt es immer wieder zu Anschlägen durch Al-Shabaab. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung stehenden militanten Sunniten wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strikter Auslegung des islamischen Rechts errichten. Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Gruppe.


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