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In- und Ausland

Übernahme-Poker um Stada: Nehmen neue Eigner letzte Hürde?

Pharma

Freitag, 2. Februar 2018 - 05:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Bad Vilbel. Nach monatelangem Ringen um den Pharmakonzern Stada wollen die Finanzinvestoren Bain und Cinven die Übernahme abschließen - könnten aber auf Widerstand stoßen, etwa von Großaktionär Paul Singer mit seinem Fonds Elliott.

Stada-Firmenlogo am Firmensitz des Arzneimittelherstellers in Bad Vilbel. Foto: Frank Rumpenhorst

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Frankfurt wollen die Eigner heute einen Gewinnabführungsvertrag von den Aktionären absegnen lassen. Nur so können sie auf die Stada-Kasse zugreifen, um die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme zu finanzieren.

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Für den Vertrag brauchen Bain und Cinven 75 Prozent der Stimmrechte. Da sie zuletzt auf 65 Prozent kamen, sind sie auf Unterstützung angewiesen. Die Eigner bieten allen Aktionären 74,40 Euro je Anteil, wenn diese ihre Stada-Papiere abtreten. Den Betrag hatte Singer von Bain und Cinven als Mindestabfindung für seine Zustimmung zu einem Gewinnabführungsvertrag erzwungen. Der Amerikaner hält rund 15 Prozent der Anteile an Stada.

Die Börse spekuliert schon auf eine Nachforderung Singers: Stada-Aktien notierten seit Wochen bei rund 88 Euro. Singer hat also keinen Anreiz, seine Anteile zu 74,40 Euro zu verkaufen - ebenso wenig, wie die anderen Aktionäre. Bain und Cinven könnten daher in die Bredouille kommen, auch wenn sie Stada großzügig bewertet sehen.

Kurz vor dem Aktionärstreffen überraschte Stada mit einem erneuten Chefwechsel. Peter Goldschmidt, Leiter des US-Geschäfts beim Arzneihersteller Sandoz, übernimmt zum September die Firmenspitze, wie Stada verkündete. Der amtierende Chef Claudio Albrecht soll auf eine „nicht geschäftsführende Position“ im Konzern wechseln, hieß es. Er war erst im September als Übergangschef angetreten.


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