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In- und Ausland

Umfrage zeigt großes Unwissen über Depressionen

Gesundheit

Dienstag, 28. November 2017 - 11:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Was sind die größten Irrtümer über Depressionen? Eine Umfrage überrascht, wie groß der Informationsbedarf über die Krankheit in Deutschland immer noch ist. Hilft der Griff zu Süßigkeiten?

Am Ende eines dunklen Flures: Das Unwissen über Depressionen und ihre Behandlung ist immer noch groß. Foto: Nicolas Armer

In Deutschland gibt es mit Blick auf wirksame Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen Wissenslücken. So glaubt nach einer repräsentativen Umfrage fast jeder Fünfte, dass Schokolade und ein Sich-Zusammenreißen geeignete Mittel gegen die Erkrankung sind, heißt es im „Deutschland-Barometer Depression“

Für die Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Stiftung Deutsche Bahn wurden von Juni bis August 2000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. 18 Prozent hielten „Schokolade essen“ für ein geeignetes Heilmittel, 19 Prozent votierten für „sich zusammenreißen“. Eine deutliche Mehrheit hielt den Gang zum Arzt für den besten Weg. 

Ergänzt werden die Ergebnisse durch eine Online-Umfrage unter rund 1000 Betroffenen. Von ihnen sind nur fünf Prozent der Meinung, dass „sich zusammenreißen“ gegen Depressionen hilft. Ärzte behandeln die Krankheit in der Regel mit Psychotherapien und je nach Schweregrad auch mit Medikamenten.

Insgesamt erkranken nach Angaben der Stiftung jeder Jahr rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsdbedürftigen Depression. Jeden Tag begingen durchschnittlich 28 Menschen Suizid. Bei vielen Fällen geht die Stiftung von einer schweren und unbehandelten Depression als Ursache aus.

Depressionen haben in der Regel biologische Ursachen oder können durch traumatische Ereignisse ausgelöst werden. Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen sie inzwischen zu den häufigsten psychischen Leiden in Deutschland.

Mit professioneller Hilfe sind Depressionen heute meist gut behandelbar. Die Krankheit wird häufiger als früher erkannt. In Deutschland stieg in den vergangenen Jahren nicht die Häufigkeit der Krankheit an sich, sondern die Zahl der Diagnosen.

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