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Ungarn: Außenseiter voraussichtlich Herausforderer von Orban

Wahlen

Sonntag, 17. Oktober 2021 - 21:13 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Budapest. Wer geht bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr in Ungarn gegen den rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban ins Rennen? Bei einer Vorwahl liegt ein Außenseiter vorn.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Foto: Laszlo Balogh/AP/dpa

Der konservative und parteilose Außenseiter Peter Marki-Zay wird voraussichtlich als Oppositionskandidat den rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban bei der Parlamentswahl 2022 herausfordern.

Bei einer von der Opposition organisierten Vorwahl lag der 49-Jährige nach Teil-Auszählungsergebnissen deutlich vorn. Eine derartige Vorwahl fand in Ungarn zum ersten Mal statt. Sechs bisher zerstrittene Oppositionsparteien - von links-grün bis rechtskonservativ - sollen den Sieger im Wahlkampf gegen Orban unterstützen.

Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen kam Marki-Zay auf 59,1 Prozent der Stimmen und seine Gegenkandidatin Klara Dobrev von der sozialdemokratischen Partei DK auf 40,9 Prozent, wie die Vorwahlkommission bekannt gab. Dobrev gratulierte bereits und versprach, ihn mit voller Kraft im Parlamentswahlkampf zu unterstützen.

Marki-Zay studierte Wirtschaft, Elektrotechnik und Geschichte. Von 2004 bis 2009 lebte er mit seiner Familie in Kanada und den USA. In die Politik stieg er erst 2018 ein. Damals gewann er - gleichfalls überraschend - die Bürgermeisterwahl in Hodmezövasarhely.
Der Ort hatte bis dahin als uneinnehmbare Hochburg der Orban-Partei Fidesz gegolten.

Die Beteiligung an der Vorwahl erreichte eine Rekordhöhe: 662.016 Wähler stimmten binnen sechs Tagen bis zum Samstagabend ab. An der ersten Runde der Vorwahl Ende September hatten sich 633.811 Bürger beteiligt. Schon dieser Wert übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Fünf Spitzenkandidaten standen damals zur Auswahl. In der ersten Runde stimmten die Bürger zudem in 94 von 106 Wahlkreisen über die jeweiligen gemeinsamen Direktkandidaten für das Parlament ab.

© dpa-infocom, dpa:211017-99-631947/3

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