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Unicef Deutschland kürt Foto des Jahres 2021

Medien

Dienstag, 21. Dezember 2021 - 13:33 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln/Berlin. Klimawandel, Corona und Krieg: Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat Fotos und Fotoreportagen prämiert - und dabei das Leid von Kindern in den Fokus gerückt.

Ein Mädchen steht vor den Überresten von ihrem Teeladen, der durch das Meerwasser auf der Insel Namkhana völlig zerstört ist. Das Foto von Fotograf Supratim Bhattacharjee erhält den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb Unicef-Foto des Jahres 2021 des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Foto: Supratim Bhattacharjee, Indien/UNICEF/dpa

Das Unicef-Foto des Jahres 2021 rückt das Leid von Kindern im Klimawandel in den Mittelpunkt. Ein verstörtes Mädchen steht in Indien buchstäblich vor den Trümmern seiner Existenz und blickt verunsichert in die Kamera.

Im Hintergrund sind ein dunkler Himmel und aufgepeitschte Wassermassen zu sehen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen teilte am Dienstag in Köln mit, der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee habe das elfjährige Kind einen Tag nach einer Flutkatastrophe „hoffnungslos umherstreifend“ entdeckt.

„Ein tropischer Wirbelsturm hat die Wassermassen im Ganges-Delta aufgewühlt“, erläuterte Unicef die Hintergründe. „Hat fortgerissen, womit die elfjährige Pallavi Paduya versucht hat, ihrer fünfköpfigen Familie beim Überleben zu helfen. Sie hat einen kleinen Teeausschank im elterlichen Haus auf der Insel Namkhana betrieben. Denn Pallavis Vater, ein Lastwagenfahrer, bringt umgerechnet keine 100 Euro Lohn im Monat nach Hause.“ Der Sturm über Westbengalen habe die Konstruktion aus Holz und Lehm zertrümmert und das Blechdach hinweggeschwemmt.

Das Foto des Mädchens illustriere den „Überlebenskampf von Kindern angesichts fortschreitender Umweltzerstörung und des Klimawandels“, so die Organisation. In Asien und Afrika wachsen nach Schätzung von Unicef etwa 530 Millionen Kinder in Überschwemmungs-Regionen auf.

„Dass ganze Dörfer weggespült werden, Inseln allmählich versinken, der Weg zur Schule durch kniehohes Wasser führen kann, gehört zunehmend zur schmerzhaften Erfahrung der Menschen in den Sundarbans, einer Küstenregion von Indien und Bangladesch, übersetzt mit "schöner Wald". Vom Fisch- und Garnelenfang leben die meisten Bewohner hier, doch die fortschreitende Zerstörung der Mangrovenwälder, der Anstieg des Meeresspiegels und die Versalzung ehemaliger Süßwassergebiete sind eine wachsende Bedrohung. Und vom Klimawandel verursachte Extremwetter-Ereignisse häufen sich nicht nur hier.“

„Der Blick des Mädchens auf dem Unicef-Foto des Jahres 2021 kann niemanden unberührt lassen“, so Schirmherrin Elke Büdenbender, Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Mit ihrer Ruhe und ihrer Tapferkeit mitten in einer völlig verzweifelten Situation lässt sie uns spüren, was Umweltzerstörung und Klimawandel für Kinder und Jugendliche bedeuten. Das Siegerbild fordert uns auf, über die Konsequenzen unserer Lebensweise nachzudenken und sie zu verändern.“

„Das Jahr 2021 war für viele Mädchen und Jungen wie die Fortsetzung eines düsteren Katastrophenfilms“, ergänzte Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Vorsitzender von Unicef Deutschland. „Klimakrise, Corona-Pandemie, Kriege und Katastrophen brauen sich zu einem "perfect storm" zusammen, der Kinder aus armen Familien mit voller Wucht trifft. Wir müssen ihre Widerstandskraft stärken, damit sie dieser Bedrohung standhalten.“

Mit der Auszeichnung prämiert Unicef Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Der Preis wurde zum 22. Mal vergeben.

© dpa-infocom, dpa:211221-99-465037/3

Der zweite Preis des Unicef-Wettbewerbs geht an ein Foto von Fotograf Sourav Das. Das Bild zeigt Schüler in Indien, die während der Corona-Pandemie auf einer Mauer in Abstand und mit Mund-Nasen-Schutz beim Unterricht im Freien sitzen. Foto: Sourav Das, Indien/UNICEF/dpa

Der dritte Preis geht an ein Foto von Fotograf Younes Mohammad, das Salman Farman Saleh mit seinen beiden Kindern zeigt. Salman Farman Saleh wurde im Dezember 2014 im Kampf gegen ISIS in Makhmour verwundet. Als er ein Minenfeld reinigte, explodierte eine Mine in seiner Nähe. Foto: Younes Mohammad, Irak/(Agentur MEI)/UNICEF/dpa

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