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In- und Ausland

Urteil im Prozess um Gewalttat in Rot am See erwartet

Kriminalität

Freitag, 10. Juli 2020 - 07:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Ellwangen. Er soll sechs Familienmitglieder ermordet haben - und nannte die Opfer „blutrünstige Monster“: Nun soll ein Urteil im Prozess gegen den 27 Jahre alten Angeklagten fallen. Vor Gericht sprach der junge Mann von einem zerstörten Leben.

Der Tatort in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs. Foto: Tom Weller/dpa

Das Landgericht Ellwangen will heute (14.30 Uhr) das Urteil im Mordprozess gegen einen 27-Jährigen sprechen, der sechs seiner Verwandten in Rot am See heimtückisch erschossen haben soll.

Zuvor sollen noch am Morgen (9.00 Uhr) die Plädoyers der Nebenklage sowie der Verteidigung kommen. Dem Deutschen wird vorgeworfen, Ende Januar bei einem Familientreffen in der Gemeinde bei Schwäbisch Hall seine Eltern, zwei Halbgeschwister und weitere Angehörige ermordet zu haben. Zwei Verwandte konnten sich schwer verletzt retten.

Beim Prozessauftakt Ende Juni hatte der Angeklagte umfassend gestanden und Misshandlungen seiner Mutter als Motiv angegeben. Sie soll unter anderem versucht haben, ihn mit weiblichen Hormonen zu vergiften. Beweise gab es dafür nicht. Ein Psychiater hatte bei dem jungen Mann Wahnvorstellungen und eine krankhafte seelische Störung diagnostiziert.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am Donnerstag eine lebenslange Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen. Seine Strafe soll der Beschuldigte nach dem Willen der Anklagebehörde in einer psychiatrischen Klinik verbüßen. Er habe sich als Herr über Leben und Tod aufgespielt und sich der Polizei mit den Worten gestellt, dass er die „blutrünstigen Monster“ erschossen habe.

Insgesamt hatte der Mann laut Anklage 30 Schüsse im Haus seines Vaters abgegeben. Mit Kopfschüssen soll er Mutter, Vater und die Halbschwester hingerichtet haben. Sein Hauptziel sei die Mutter gewesen, so der Staatsanwalt. Zu Prozessbeginn stellte der Angeklagte die Mutter, bei der er aufwuchs, als Grund allen Übels dar: Sie habe sein Leben zerstört.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-740381/2

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