In- und Ausland

Urteile gegen Ex-Manager von Sig Sauer Eckernförde erwartet

Prozesse

Mittwoch, 3. April 2019 - 07:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Kiel. Es geht um eine nicht genehmigte Waffenlieferung nach Kolumbien: Drei Ex-Manager des Waffenherstellers Sig Sauer aus Eckernförde sind dafür vor dem Landgericht Kiel angeklagt. Nun soll das Urteil fallen.

Der Eingang zur Zentrale der Waffenfirma Sig Sauer in Eckernförde. Foto: Carsten Rehder

Im Prozess um ein nicht genehmigtes Waffengeschäft mit Kolumbien will das Landgericht Kiel die Urteile gegen drei Ex-Manager der Waffenfirma Sig Sauer aus Eckernförde verkünden. 

Die Staatsanwaltschaft hat Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und neun Monaten gefordert. Außerdem beantragte sie Bewährungsauflagen in Höhe von 800.000 Euro für zwei der Angeklagten sowie von 80.000 Euro für den dritten.

Gericht, Verteidigung und Anklagevertreter hatten sich Ende Februar auf entsprechende Strafrahmen verständigt. Im Gegenzug legten die drei Angeklagten durch ihre Anwälte vor der 3. Großen Strafkammer Geständnisse ab.

Laut Anklage sollen die drei Männer für die Lieferung von mehr als 47.000 Pistolen vom Typ SP 2022 aus Deutschland an eine Schwesterfirma in den USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein. Von diesen Waffen wurden mehr als 38.000 nach Kolumbien weiterverkauft - Verkaufswert mehr als 16 Millionen US-Dollar (umgerechnet damals gut 11 Millionen Euro). Laut Landgericht schlossen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erteilten Genehmigungen eine Ausfuhr nach Kolumbien aus.

Von der Firmengruppe Sig Sauer will die Staatsanwaltschaft insgesamt mehr als elf Millionen Euro einziehen. Davon betreffen alleine 7,4 Millionen Euro im Rahmen der sogenannten Gewinnabschöpfung Sig Sauer Eckernförde. Im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 hat das Unternehmen den Prozess unter „sonstige Risiken“ aufgeführt.

Ein Mann testet auf einer Waffenmesse ein Sig-Sauer-Gewehr. Foto: Leo Correa/AP


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