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In- und Ausland

VW-Aufsichtsrat soll grundlegenden Konzernumbau beschließen

Auto

Donnerstag, 12. April 2018 - 08:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Wolfsburg. Jetzt soll es schnell gehen bei VW: Schon heute tagt der Aufsichtsrat. Dass VW-Markenchef Diess neuer Konzernchef werden soll, gilt als ausgemacht. Aber an welchen Schrauben will der Autobauer noch drehen?

Der 59-jährige Diess galt bereits länger als „Kronprinz“ Müllers. Foto: Philipp von Ditfurth

Bei Volkswagen soll der Aufsichtsrat einen grundlegenden Personal- und Konzernumbau beschließen. Dabei soll der bisherige VW-Markenchef Herbert Diess zum Nachfolger des amtierenden Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller bestimmt werden.

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Die einzelnen Marken des Konzerns wie VW, Audi, Seat und Skoda sollen dem Vernehmen nach in mehrere Gruppen aufgeteilt werden. So soll die Arbeit in dem großen Konzern effizienter werden.

Die Aufseher zogen ihre Beratungen um einen Tag vor, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Ursprünglich war das Treffen am Freitag geplant. Ein Sprecher des VW-Aufsichtsrates wollte sich dazu nicht äußern. Zudem wird mit weiteren Personalentscheidungen gerechnet. So soll Gunnar Kilian, bisher Generalsekretär im Betriebsrat, neuer Personalchef werden und damit auf Karlheinz Blessing folgen. Möglich ist auch, dass Vorstandschef Müller nicht abtritt, sondern eine neue Funktion im Konzern erhält. Der reguläre Vertrag des 64-Jährigen läuft noch bis 2020.

Auch eine Neufassung wichtiger Strukturen sei angedacht, bekräftigten am Mittwoch Quellen aus dem Umfeld des Konzerns. Wie konkret diese Pläne bereits auf der Aufsichtsratssitzung diskutiert oder gar beschlossen werden könnten, blieb jedoch zunächst unklar.

Nach „Spiegel“-Informationen sollen die einzelnen Marken in vier Gruppen aufgeteilt werden - für Volumenmodelle (Kernmarke VW, Skoda, Seat), Oberklasse-Autos (Audi, Bentley), Sportwagen (Porsche, Bugatti, Lamborghini) und Nutzfahrzeuge (MAN, Scania, leichte Nutzfahrzeuge). Ein Sprecher des VW-Aufsichtsrates wollte den Bericht nicht kommentieren. In der Debatte ist seit längerem auch eine separate Ausgliederung des Lkw-Geschäfts mitsamt eigenem Börsengang oder eine Holding-Struktur.

Am Dienstag hatte VW überraschend einen Umbau der Führungsetage angekündigt, die Angaben waren mit Blick auf weitere Details aber noch sehr vage geblieben.

Aus Aufsichtsratskreisen hieß es, dem seit Herbst 2015 amtierenden Vorstandschef Müller werde intern Entscheidungsschwäche vorgeworfen. Der geplante Umbau soll demnach einen „Aufbruch“ beim weltgrößten Autokonzern ermöglichen. Dies gehe unter Müller nicht schnell genug, hieß es mit Blick auf den grundlegenden Branchenwandel.

Der 59-jährige Diess galt bereits länger als „Kronprinz“ Müllers. In seiner Zeit als Chef der Marke VW mit Modellen wie Golf oder Passat hat er die Effizienz bei den ertragsschwachen Wolfsburgern bereits verbessert. Er scheut auch Konflikte mit dem Betriebsrat nicht, gilt in Teilen der Belegschaft aber auch als umstritten.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer lobte die Berufung von Diess als gute Wahl. Zugleich warnte er vor einer Personalunion als Vorstandsvorsitzender und VW-Markenchef. „Unter (den früheren Vorstandschefs Martin) Winterkorn und (Ferdinand) Piëch hat man gesehen, dass die Gefahr des Besserwissers und Alleinentscheiders an der Spitze sehr groß ist“, sagte Dudenhöffer der „Passauer Neuen Presse“.

Den letzten tiefgreifenden Umbau hatte Volkswagen 2012 vollzogen. Damals hatte der Konzern unter anderem die Allianz seiner Nutzfahrzeug-Geschäfte vertieft, die Aktivitäten in China ausgebaut und Dutzende Management-Positionen neu besetzt - bei VW selbst, Audi, den leichten Nutzfahrzeugen, Bentley und in anderen Bereichen.

Auch „Dieselgate“ erhöhte dann den Druck, Kosten einzusparen. 2015 wurde eine Trennung von Konzern- und Markenfunktionen angeschoben. Die Verantwortung der Vertriebsregionen wurde ebenfalls gestärkt. So schuf VW eine eigene Marktregion Nordamerika, wo die Kernmarke lange der Konkurrenz hinterherfuhr. Später rief Müller die „Strategie 2025“ aus - ein Ziel war der Abbau des Zentralismus im VW-Reich. „Es ist jetzt auch möglich, die Dinge zu delegieren“, sagte er 2016.

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