Verbraucherstimmung in Corona-Krise auf historischem Tief

dpa Nürnberg. Kurzarbeit und die Angst vor Arbeitslosigkeit lassen die Deutschen Zurückhaltung beim privaten Konsum üben. Der Konsumklimaindex ist laut GfK dramatisch im Minus.

Verbraucherstimmung in Corona-Krise auf historischem Tief

Zahlreiche Menschen gehen über die Einkaufsstraße Hohe Straße in Köln. Foto: Oliver Berg/dpa

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist dem Marktforschungsinstitut GfK zufolge in der Corona-Krise in historischer Weise eingebrochen.

Für Mai prognostizieren die Nürnberger Konsumforscher einen Konsumklimaindex von minus 23,4 Punkten. Das ist ein Rückgang um 25,7 Punkte zum für April ohnehin schon erreichten Tief von 2,3 Punkten. Zum Vergleich: Für den Mai 2019 hatte die GfK einen Konsumklimaindex von 10,2 Punkten ermittelt. Im negativen Bereich war das Barometer bisher überhaupt nur einmal: Nach dem Platzen der sogenannten Dot.com-Blase im Jahr 2003 war der Index auf minus 5 Punkte gefallen.

Der private Konsum gilt als relativ stabiler Indikator für die Wirtschaftslage mit einer vergleichsweise geringen Schwankungsbreite. Der Konsum macht in Deutschland einen Anteil von etwa 55 Prozent der Wirtschaftsleistung aus und hat damit große Bedeutung für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.

Die Erwartungen zum Einkommen seien sogar um 47 Punkte eingebrochen, sagte GfK-Marktforscher Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe vor allem mit der Furcht vor Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zu tun. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben 718.000 Betriebe in Deutschland Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet, betroffen könnten mehrere Millionen Haushalte sein.