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Verfassungsschutz darf AfD vorerst nicht beobachten

Parteien

Freitag, 5. März 2021 - 12:37 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Köln. Der Verfassungsschutz will die AfD zum rechtsextremistischen Verdachtsfall hochstufen. Zuvor muss aber ein Eilverfahren in Köln abgewartet werden, entschied nun ein Gericht.

Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD. Foto: Michael Kappeler/dpa

Das Bundesamt für Verfassungsschutz darf die AfD bis zum Abschluss eines Eilverfahrens vor dem Kölner Verwaltungsgericht nicht als rechtsextremistischen Verdachtsfall einstufen und beobachten. Das geht aus einem Beschluss des Gerichts hervor, der den Prozessbeteiligten am Freitag zugestellt wurde.

Das Bundesamt hatte die Verfassungsschützer der Länder diese Woche intern über eine Hochstufung der Partei zum Verdachtsfall informiert, öffentlich jedoch nichts dazu bekanntgegeben.

Das Kölner Verwaltungsgericht teilte zu der Entscheidung mit, dass es einem Antrag der AfD stattgegeben habe. Zu Begründung erklärte es, es „werde in unvertretbarer Weise“ in die Chancengleichheit politischer Parteien eingegriffen. „Alles“ spreche dafür, dass sich das Bundesamt für Verfassungsschutz nicht an seine sogenannte „Stillhaltezusagen“ gehalten beziehungsweise nicht „hinreichend dafür Sorge getragen“ habe, dass keine Informationen zu dem Verfahren nach außen dringen.

Der Verfassungsschutz hatte in dem Verfahren zuvor zugesagt, sich bis zum Abschluss des Eilverfahrens vor dem Verwaltungsgericht nicht öffentlich zu einer Einstufung zu äußern und bis zu einer Entscheidung auf die Beobachtung von Abgeordneten und Kandidaten der AfD zu verzichten.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-701318/3

Gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Landeschefs Höcke haben zahlreiche Menschen in Offenbach vor dem Rathaus protestiert. Foto: Boris Roessler/dpa

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