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In- und Ausland

Verhaltene Reaktionen auf Annäherung im Nordkorea-Konflikt

Konflikte

Mittwoch, 7. März 2018 - 08:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Nordkorea macht einen Vorstoß zu Gesprächen, nun liegt der Ball bei Donald Trump. Der US-Präsident äußert sich verhalten optimistisch - andere in seiner Regierung machen aus ihrer Skepsis keinen Hehl. Und die USA wollen an den Militärmanövern in der Region festhalten.

Trump und Kim hatten sich das vergangene Jahr über gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen. Foto: Wong Maye-E/AP

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat zurückhaltend auf die jüngste Annäherung im Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm reagiert. „Wir haben Fortschritte erzielt, da gibt es keine Frage“, erklärte Trump.

Er glaube und hoffe, dass die Nordkoreaner es ernst meinten. Der US-Präsident sprach zugleich von einer weiterhin sehr angespannten Situation. Andere Vertreter seiner Regierung äußerten sich noch verhaltener.

Die südkoreanische Regierung hatte zuvor erklärt, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe im Gegenzug für Sicherheitsgarantien Gespräche mit den USA über das Atomprogramm seines Landes in Aussicht gestellt. Die nordkoreanische Seite habe beteuert, ihr Land habe keinen Grund, Atomwaffen zu besitzen, sollten „die Sicherheit des Systems garantiert und militärische Bedrohungen Nordkoreas“ beseitigt sein, sagte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong nach der Rückkehr von einem zweitägigen Besuch in Pjöngjang. Kim habe beteuert, bei einem Dialog mit den USA könnten Wege zur Denuklearisierung thematisiert werden.

Nach südkoreanischer Darstellung vereinbarten die beiden Regierungen auch einen Gipfel zwischen Kim und Präsident Moon Jae In. Dieser soll Ende April in dem geteilten Grenzort Panmunjom auf südkoreanischer Seite zusammenkommen. Nordkorea bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Südkoreas Staatschef Moon hatte die Delegation unter Leitung des Sicherheitsberaters auch mit der Absicht nach Nordkorea geschickt, um die Führung in Pjöngjang und Washington an einen Tisch zu bringen.

Trump und Kim hatten sich das vergangene Jahr über gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen. Das löste weltweit Sorgen aus, der Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm könne auf drastische Weise eskalieren.

Kims vorsichtig formulierter Vorstoß, sollte er bestätigt werden, wäre ein Fortschritt in dem gefährlichen Konflikt. Allerdings hat Nordkorea schon früher ähnliche Angebote gemacht, wonach es im Gegenzug für Sicherheitsgarantien auch zur atomaren Abrüstung bereit sei.

Bisher sind alle Ansätze zur Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea gescheitert. Die USA fordern den kompletten, unumkehrbaren und überprüfbaren Abbau des Atomprogramms und bestanden bislang gegenüber Pjöngjang auf sichtbaren Schritten zur Abrüstung, wenn es zu einem Dialog kommen sollte.

Trumps Vizepräsident Mike Pence erklärte am Dienstag, die USA und Verbündete seien entschlossen, weiterhin „maximalen Druck“ auf Nordkorea auszuüben. An der Haltung Washingtons werde sich nichts ändern, solange Pjöngjang nicht „glaubwürdige, überprüfbare und konkrete Schritte“ zur Beseitigung der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel unternehme.

Auch der nationale Geheimdienstdirektor der USA, Dan Coats, sagte, Nordkorea müsse sich dazu bereit erklären, keine nuklearen Kapazitäten zu haben. Ansonsten werde man keine Abmachung mit der Regierung in Pjöngjang treffen. „Vielleicht ist das ein Durchbruch. Ich bezweifele es ernsthaft“, fügte Coats mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen hinzu.

Die USA wollen auch an den gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea festhalten. Es sei ganz selbstverständlich, dass man die Übungen aufnehmen werde, wenn die Paralympischen Spiele vorbei seien, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Nordkorea empfindet solche Manöver als Provokation. Die Paralympischen Spiele enden am 18. März.

Der Mitarbeiter erklärte, die US-Regierung wolle konkrete Schritte für eine Denuklearisierung sehen. Wenn es Nordkoreas Plan sei, sich lediglich Zeit zu kaufen, würden Gespräche nicht sehr weit führen. Die USA hätten aufgrund früherer Erfahrungen Grund zur Skepsis gegenüber dem Regime. Man habe eine lange Geschichte mit Nordkorea, schon oft seien Abmachungen gebrochen worden, sagte der Vertreter.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington erklärte, die Regierung werde noch in dieser Woche eine Delegation aus Südkorea empfangen, die die US-Seite ausführlich über die Gespräche mit Nordkorea unterrichten solle.

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