Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Versicherungen fordern: Rente mit 69 darf kein Tabu sein

Rente

Dienstag, 5. Juni 2018 - 14:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Die deutsche Versicherungswirtschaft plädiert für eine Anhebung des Renteneintrittsalters: Erst mit 69 soll man im Jahr 2040 in Rente gehen können. Dafür gäbe es dann aber auch eine Gegenleistung.

Die Versicherungswirtschaft bringt eine abermalige Erhöhung des Renteneintrittsalters ins Spiel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

An diesem Mittwoch startet eine Rentenkommission der Bundesregierung. Das Beratungsgremium soll bis 2020 Vorschläge für die langfristige Absicherung der Rente machen. Die deutsche Versicherungswirtschaft plädiert für eine Anhebung des Renteneintrittsalters.

Anzeige

Eine Erhöhung auf 68 oder 69 Jahre ab 2030 beziehungsweise 2040 dürfe angesichts einer steigenden Lebenserwartung nicht tabu sein, sagte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), in Berlin.

Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente könne künftig höher gehalten werden und die Beiträge müssten nicht zu stark steigen, wenn die Menschen etwa bis 69 arbeiten, sagte Oliver Ehrentraut vom Institut Prognos, das die Entwicklung im Auftrag des GDV untersucht hatte.

GDV und Prognos stellten ein Internet-Angebot („Rentenminister“) vor, mit dem jeder die wahrscheinliche Entwicklung der gesetzlichen Rente bei bestimmten Vorgaben prüfen können soll. Stellschrauben dabei sind der Beitragssatz, das Rentenniveau, die Lebensarbeitszeit und der Steuerzuschuss. Ehrentraut sagte: „Längeres Arbeiten bringt Entlastung und hilft dem System.“

Ein Großteil der Deutschen erwartet, im Rentenalter mit wenig Geld auskommen zu müssen. Vier von fünf Beschäftigten gehen laut einer Umfrage im Auftrag des DGB davon aus, dass sie im Alter „gar nicht“ oder nur „gerade so“ zurechtkommen, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet. Besonders ausgeprägt sind die Sorgen demnach bei Frauen mittleren Alters, bei Beziehern geringer Einkommen, bei Beschäftigten in Teilzeitarbeit und bei Menschen mit unsicheren Beschäftigungsperspektiven.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dem Blatt, die Umfrage offenbare ein großes Maß an Verunsicherung. Sie forderte, die Politik müsse jetzt dringend für mehr Sicherheit sorgen und für ein gutes Leistungsniveau auch auf lange Sicht. Der Bund der Steuerzahler (BdST) verlangte, „einen tragfähigen Interessenausgleich zwischen Rentnern und Beitragszahlern zu finden“.

Ihr Kommentar zum Thema

Versicherungen fordern: Rente mit 69 darf kein Tabu sein

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige