In- und Ausland

Verwalter: Alno hätte früher Insolvenz anmelden müssen

Möbel

Dienstag, 9. Januar 2018 - 16:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Hechingen. Der Küchenbauer Alno hätte nach Erkenntnissen von Verwalter Martin Hörmann deutlich eher Insolvenz anmelden müssen.

Unter dem Namen Neue Alno GmbH will der Hersteller noch im ersten Quartal neue Küchen ausliefern. Foto: Felix Kästle

„Nach dem derzeitigen Stand der Begutachtung müssen wir davon ausgehen, dass Alno weit vor dem 12. Juli 2017 insolvenzreif, das heißt zahlungsunfähig oder überschuldet gewesen ist“, sagte Hörmann am Rande einer Gläubigerversammlung in Hechingen der Deutschen Presse-Agentur. Damals hatte Alno den Antrag eingereicht.

Spätestens Ende 2016, wahrscheinlich aber sogar schon im Jahr 2013 sei das Unternehmen zahlungsunfähig gewesen, geht hingegen aus einem vorläufigen Bericht Hörmanns an das zuständige Gericht und die Gläubiger hervor. Die Frage des Zeitpunkts hängt davon ab, wie bestimmte Vorgaben in der Insolvenzordnung interpretiert werden. Darüber muss der Bundesgerichtshof noch grundsätzlich entscheiden.

Die Finanzholding Tahoe der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor, zuletzt Großaktionär von Alno, hatte dem früheren Management um den langjährigen Vorstandschef Max Müller wiederholt vorgeworfen, die wahre finanzielle Lage des Unternehmens verschleiert zu haben. Müller weist das zurück und wirft seinerseits den von Tahoe installierten Managern, die vor der Insolvenz das Ruder bei Alno übernommen hatten, Fehlverhalten vor. Von beiden Seiten war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Alno hatte im Juli 2017 Insolvenz angemeldet. Nach monatelanger Suche fand sich kurz vor Weihnachten ein Investor, der wesentliche Teile übernahm und die Küchenproduktion weiterführen will. Das Insolvenzverfahren läuft davon unberührt aber weiter.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.