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Viele Tote bei Feuerinferno in Bagdader Krankenhaus

Unfälle

Sonntag, 25. April 2021 - 11:54 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Bagdad. Die Flammen wüteten in der Corona-Station des Krankenhauses: In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben bei einer Brandkatastrophe fast 60 Menschen ihr Leben verloren. Der Direktor der Klinik wurde festgenommen.

In der Corona-Station des Krankenhauses hat ein tödliches Feuer gewütet. Foto: -/AP/dpa

Nach dem Brand infolge einer Explosion auf der Corona-Station eines Krankenhauses in Bagdad ist die Zahl der Todesopfer auf 58 gestiegen. Das sagte ein Mitglied der vom Parlament gewählten Menschenrechtskommission der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Zunächst hatten Augenzeugen nach dem Vorfall in der irakischen Hauptstadt von mindestens 20 Todesopfern und vielen Verletzten gesprochen. Der Leiter der Zivilschutzbehörde, Kadhim Buhan, hatte laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur INA in der Nacht noch erklärt, dass 90 von 120 Patienten und Begleiter gerettet worden seien.

Wie genau es zum Brand im Al-Khatib-Krankenhaus im Süden von Bagdad kam, war zunächst unklar. Als mögliche Gründe wurden ein Kurzschluss oder ein Problem mit den dort gelagerten Sauerstoffflaschen genannt. Nach Medienberichten war eine der Flaschen explodiert, woraufhin sich Feuer in der Station ausbreitete. Feuerwehrleute brachten die Flammen bald darauf unter Kontrolle.

Auf Bildern des Vorfalls waren Retter zu sehen, die Opfer aus dem Krankenhaus holen. Aus mehreren Fenstern stieg Rauch auf. Im Video einer Überwachungskamera ist auf einem Flur die Explosion zu sehen, bald darauf breitet sich dichter Rauch aus. Große Teile der Station wurden durch den Brand komplett zerstört.

Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi ordnete eine rasche Untersuchung an und ließ den Direktor des Krankenhauses sowie Vertreter für dessen Sicherheit und Instandhaltung festnehmen. Die Todesopfer seien als „Märtyrer“ zu betrachten. Mit dieser Einstufung können die Angehörigen finanzielle Unterstützung der Regierung erhalten. Zudem rief die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus.

Im Irak wurden bisher rund eine Million Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Impfungen kommen nur langsam voran. Im Land wurden insgesamt etwa 175 000 Menschen gegen das Virus geimpft, die meisten davon mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Die UN-Sonderbeauftragte für den Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert, sprach in einer Mitteilung von einem „Schock“ und dem „Schmerz“ nach der Tragödie. Sie sprach den Angehörigen ihr Beileid aus und drängte auf bessere Schutzmaßnahmen, damit sich so ein Vorfall nicht wiederhole. Die Infrastruktur im Irak ist nach Jahren des Konflikts immer noch schlecht, die Vereinten Nationen unterstützen dort unter anderem das Gesundheitssystem.

© dpa-infocom, dpa:210425-99-344445/2

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