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In- und Ausland

Von 2070 bis 4250 Euro: Wie unterschiedlich Frauen verdienen

Arbeitsmarkt

Freitag, 6. März 2020 - 05:00 Uhr

von Von Basil Wegener, dpa

dpa Berlin. Es geht um Beträge in vierstelliger Größenordnung: So groß sind die bundesweiten Unterschiede beim Einkommen zwischen den Regionen. Eine Konstante allerdings gibt es - Frauen verdienen im Mittel weniger als Männer.

Eine KFZ-Mechanikerin wechselt in einer KFZ-Werkstatt die Bremsscheibe eines Autos. Foto: Marijan Murat/dpa

Der mittlere Verdienst in Deutschland unterscheidet sich von Region zu Region stark - und liegt bei Frauen deutlich niedriger als bei Männern. So ist das mittlere Einkommen mit 2070 Euro brutto pro Monat für Frauen in Vollzeit deutschlandweit im Saale-Orla-Kreis in Thüringen am geringsten.

Bei den Männern ist der Kreis Görlitz das Schlusslicht, sie erzielen dort einen mittleren Verdienst von monatlich 2273 Euro. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag anlässlich des Internationalen Frauentags an diesem Sonntag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Im Saale-Orla-Kreis arbeitet jede zweite Beschäftigte (54,9 Prozent) zu einem Niedriglohn - im Kreis Görlitz 45,2 Prozent der Männer unter der bundeseinheitlichen Niedriglohn-Schwelle von 2203 Euro im Monat.

Am höchsten ist das mittlere Entgelt von vollzeitbeschäftigten Frauen mit 4250 Euro in der Autostadt Wolfsburg. 14,5 Prozent von ihnen arbeiten hier zum Niedriglohn. Bei Männern in Wolfsburg liegt das mittlere Einkommen bei 5115 Euro im Monat und der Niedriglohnanteil nur bei 4,9 Prozent. Am meisten verdienen Männer indes in Erlangen: Im Mittel 5544 Euro brutto - und damit 30,4 Prozent mehr als die Frauen in Wolfsburg. In Erlangen kommen die Frauen im Mittel auf 3795 Euro brutto. Erhoben wurden die Daten von der Bundesagentur für Arbeit, sie stammen von Ende 2018.

Deutschlandweit verdienen Frauen in Vollzeit demnach monatlich 3014 Euro im Mittel - Männer 3468 Euro. 26,5 Prozent der Frauen liegen unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohn-Schwelle von 2203 Euro, bei den Männern sind es 15,8 Prozent.

Bei den Frauen steht der sächsische Erzgebirgskreis mit einem Entgelt von monatlich 2106 Euro und einem Niedriglohnanteil von 53,4 Prozent an vorletzter Stelle - gefolgt vom niedersächsischen Kreis Cloppenburg mit 2139 Euro und 52,7 Prozent.

Bei den Männern zählt noch der Kreis Vorpommern-Rügen mit im Mittel 2322 Euro und einem Niedriglohnanteil von 43,1 Prozent zu den Schlusslichtern - sowie der brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis mit 2327 Euro und 43 Prozent.

Zur Spitzengruppe bei den Frauen gehört München mit 3847 Euro (Niedriglohnanteil 12,7 Prozent) und Frankfurt am Main mit 3812 Euro (12,6 Prozent).

Die Abgeordnete Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, sagte der dpa: „Frauen sind am Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt, da hilft kein Schönreden und Relativieren.“ Die Bundesregierung forderte sie auf, verbindliche Regeln hin zu gleichem Geld für gleichwertige Arbeit zu schaffen. „Frauen muss aber auch der Wiedereinstieg in den Job erleichtert werden, zum Beispiel nach einer Erziehungszeit.“

Weiter mahnte Zimmermann: „Generell müssen endlich alte Rollenbilder aufgebrochen werden, die auch dafür sorgen, dass es typische, oft schlecht entlohnte Frauenberufe und besser bezahlte typische Männerberufe gibt.“

Der so genannte „Gender Pay Gap“ bezeichnet in der Regel die durchschnittliche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen über alle Branchen und Berufe hinweg. Frauen verdienen meist schlechter, weil sie häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen zum Beispiel im sozialen Bereich arbeiten. Rechnet man diese Faktoren heraus, ist der Lohnunterschied geringer, aber immer noch da.

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