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Waffenversteck bei KSK-Soldat: Haftstrafe gefordert

Extremismus

Freitag, 12. März 2021 - 12:13 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Leipzig. Ein Ausbilder des Kommandos Spezialkräfte hortet im Garten Waffen, Munition und Sprengstoff. Er gehörte zur inzwischen aufgelösten 2. Kompanie. Der Staatsanwalt fordert Haft für den EX-Soldaten.

Der Angeklagte (M), ein ehemaliger Bundeswehrsoldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK), spricht in einem Saal des Landgerichts mit seinen Anwälten. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Jahrelang hortete ein Elitesoldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) Waffen, Sprengstoff und Munition in seinem Garten in Nordsachsen - dafür soll er laut Generalstaatsanwaltschaft ins Gefängnis.

Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Leipzig eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Als Schießausbilder beim KSK habe der Angeklagte ein besonderes Treue-Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland, der Bevölkerung und der Bundeswehr gehabt, sagte Staatsanwalt Ron Franke. „Dies hat der Angeklagte auf gravierende Weise verletzt.“ Er warf dem 46-Jährigen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz vor.

In Kisten und Säcken hatte der inzwischen suspendierte Oberstabsfeldwebel der 2. Kompanie des KSK ein gefährliches Arsenal in seinem Garten in Collm (Landkreis Nordsachsen) vergraben: Zwei Kilogramm professionellen Sprengstoff, mehrere Tausend Stück Gewehr- und Pistolenmunition, ein Sturmgewehr AK47, eine Armbrust, eine Nebelhandgranate sowie Schusswaffen und Waffenteile. Das Sturmgewehr und ein gewisser Teil der Munition unterliegen dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Bei der Durchsuchung des Hauses hatten die Ermittler zudem Schriften mit rechtsextremen Inhalten entdeckt. Nach umfangreichen Ermittlungen sei dem Angeklagten aber kein strafrechtlich relevantes Handeln nachgewiesen worden, betonte Franke. Die Verteidigung kündigte zuvor bereits an, eine Bewährungsstrafe wegen eines minderschweren Falls zu verlangen. Möglicherweise wird auch noch am Freitag ein Urteil verkündet.

© dpa-infocom, dpa:210312-99-788679/2

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