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Weil: Können russisches Gas zu 40 Prozent ersetzen

Energie

Montag, 4. April 2022 - 09:34 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Hannover. Gibt es eine schnelle Alternative zu Gas aus Russland? Niedersachsens Ministerpräsident sieht bis zum Sommer kommenden Jahres Potenzial.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. Foto: Ole Spata/dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will bis zu 40 Prozent der russischen Erdgaslieferungen an Deutschland durch Import-Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Wilhelmshaven ersetzen.

Die nötige Infrastruktur dafür werde sehr zügig ausgebaut, sagte er der Zeitung „Welt“ (Montag). „Dadurch allein sollten wir bis zum ersten Quartal kommenden Jahres etwa 20 und ab Sommer etwa 40 Prozent der russischen Erdgaslieferungen ersetzen können.“ Bis zur Fertigstellung eines regulären LNG-Terminals solle das Gas von schwimmenden Anlegern auf hoher See mithilfe einer Pipeline ins deutsche Gasnetz gepumpt werden.

Um die Versorgung mit nicht-russischem Gas voranzutreiben, sollten zudem Gespräche mit Rohstoffunternehmen geführt werden, die bereits jetzt in Niedersachsen Erdöl und Erdgas fördern. Auch könnte ein Gasfeld in der Nordsee, das je zur Hälfte auf niedersächsischem und niederländischem Gebiet liegt, angebohrt werden. „Wenn der Umweltschutz gesichert ist, denke ich schon, dass das realisiert werden wird“, sagte Weil dem Blatt. Das einzige noch laufende niedersächsische Kernkraftwerk im emsländischen Lingen solle dagegen wie geplant Ende des Jahres vom Netz gehen.

Gleichzeitig räumte Weil Fehler im Umgang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein. Die Annahme, dass es eine „Grundsehnsucht nach einem stabilen Frieden in Europa“ auch in Russland gebe, sei durch den Überfall auf die Ukraine widerlegt worden. „Dass wir das nicht schon früher realisiert haben, war ein Fehler.“ Und weiter: „Putin hat jegliches Vertrauen verspielt. Das ist irreversibel. Mir fehlt derzeit noch jegliche Fantasie dafür, wie wir wieder zu normalen Verhältnissen zurückfinden sollen.“

© dpa-infocom, dpa:220404-99-787175/2

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