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Weitere Rückgang von westlichem Ostseehering befürchtet

Fischerei

Donnerstag, 11. März 2021 - 08:48 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Greifswald. Sinkende Fangquoten sollen Fischbestände in der Ostsee schützen, denen der Klimawandel zusetzt. Das macht den Fischern zu schaffen. Untersuchungen zufolge könnte sich die Lage verschärfen.

Fischer fangen derzeit im Greifswalder Bodden Heringe. Fischer Dirk Baumann durfte vor fünf Jahren noch 220 Tonnen Hering fischen, im Jahr 2021 liegt seine Quote bei nur noch acht Tonnen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bestand des für die nordostdeutsche Fischerei wichtigen Herings der westlichen Ostsee könnte aus Sicht von Experten weiter zurückgehen. Nach Angaben des Thünen-Instituts für Ostseefischerei war 2020 beim Herings-Nachwuchs das schlechteste Jahr seit 30 Jahren.

Damals sei mit Untersuchungen zur Nachwuchsproduktion im Greifswalder Bodden begonnen worden, sagte Institutsleiter Christopher Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Das Gebiet gilt als Kinderstube des Herings der westlichen Ostsee. Zimmermann nannte die Untersuchungsergebnisse „die blanke Katastrophe“. Wärmere Temperaturen im Winter seien die Hauptursache für den Rückgang.

Wegen der seit Jahren schrumpfenden Bestände sind die erlaubten Fangmengen immer weiter gesenkt worden, nach Angaben von Zimmermann um 94 Prozent seit 2017. „Vor vier, fünf Jahren haben wir 220 Tonnen fischen können, und jetzt darf ich 8 fischen - mehr nicht“, sagte der Stellnetzfischer Dirk Baumann aus Vorpommern. Auch für den für Schleswig-Holstein wichtigen Westdorsch ist die Quote nach Aussage Zimmermanns in den letzten Jahren um fast 90 Prozent gesenkt worden. In beiden Bundesländern hat die Zahl der Berufsfischer über die vergangenen Jahre hinweg insgesamt abgenommen.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-773675/2

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