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Weiterer Kursrutsch im Dax könnte Chance zum Einstieg bieten

Börsen

Freitag, 10. Juni 2022 - 18:14 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Nach dem endgültigen Signal für eine Zinswende im Euroraum seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften in der neuen Woche abermals Notenbank-Maßnahmen die Kursrichtung an den Börsen maßgeblich mitbestimmen.

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: picture alliance / dpa

Später als andere wichtige Notenbanken hat die EZB auf die rekordhohe Inflation reagiert und nun für Juli die erste Leitzinsanhebung im Euroraum seit elf Jahren avisiert. Die Zinsen steigen, als sicher empfundene Anlagen wie Festgeld werden damit wieder ein Thema. Die mickrigen Renditen werden von der hohen Inflation allerdings mehr als aufgefressen.

Dax schließt mit viertem Verlusttag in Folge

Am Freitag schloss der Dax 3,08 Prozent tiefer auf 13.761,83 Punkten. Es war sein vierter Verlusttag in Folge, so dass auch die Wochenbilanz mit minus 4,8 Prozent sehr schwach ausfiel.

Ob die Anleger nach der schwachen Dax-Woche auf tieferem Kursniveau wieder zugreifen, bleibt abzuwarten. Ein womöglich neuer Rutsch des deutschen Leitindex könnte zum Einstieg oder Aufstocken von Positionen genutzt werden, heißt es im aktuellen Fuchs-Börsenbrief. Damit würde der Dax noch einmal in den Bereich des jüngst geknackten Abwärtstrends seit Jahresanfang zurückkehren, was keine Seltenheit ist. Bei 14 600 und dann 15 300 Punkten sehen die Fuchs-Experten die nächsten Charthürden auf dem Weg nach oben.

Ökonom: Fed wird Leitzins anheben

Dass am Mittwoch die US-Notenbank (Fed) ihren geldpolitischen Straffungskurs zur Eindämmung der Inflation fortsetzen wird, gilt unter Experten als ausgemacht. Commerzbank-Ökonom Christoph Balz geht davon aus, dass die Fed ihren Leitzins wie schon auf der letzten Sitzung um 0,5 Prozentpunkte anheben wird. Neben der Zinssitzung in den Vereinigten Staaten stehen zudem am Donnerstag die Zinsentscheide der schweizerischen und britischen sowie am Freitag der japanischen Zentralbank auf der Agenda.

Bedeutung kommt darüber hinaus den Einzelhandelsumsätzen in China und den USA für Mai zu. Sie werden zur Wochenmitte veröffentlicht und könnten Aufschluss darüber geben, inwieweit die stark steigenden Preise die Konsumlaune der Verbraucher dämpft. In Deutschland steht mit den ZEW-Konjunkturerwartungen einer der ersten Frühindikatoren für den Monat Juni am Dienstag im Kalender.

Für Bewegung am Aktienmarkt wird dann am Freitag wohl auch der große Verfallstag an den Börsen sorgen. Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen laufen dann aus. Zu diesen Terminen können Aktienkurse und Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten spürbar schwanken. Hinter diesen Bewegungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft. Vor allem Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen vorher, die aktuellen Kurse in Richtung jener Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind.

© dpa-infocom, dpa:220610-99-621368/2

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