In- und Ausland

Wirecard-Prozess: Verteidiger weist Vorwürfe zurück

Montag, 12. Dezember 2022 - 11:33 Uhr

von dpa

© Peter Kneffel/dpa

Im Wirecard-Prozess hat die Verteidigung des angeklagten Ex-Vorstandschefs Markus Braun die Vorwürfe der Anklage kategorisch zurückgewiesen. Anwalt Alfred Dierlamm forderte am Montag vor dem Landgericht München I die Aussetzung des Verfahrens und warf der Staatsanwaltschaft schwere Fehler bei den Ermittlungen vor.

„Die Vorverurteilung von Herrn Doktor Braun ist ebenso beispiellos wie prägend für dieses Verfahren.“ Der Verteidiger attackierte den Kronzeugen der Staatsanwaltschaft als völlig unglaubwürdig und warf diesem vor, der Haupttäter zu sein.

Karte

Der Manager ist gemeinsam mit zwei weiteren früheren Wirecard-Führungskräften angeklagt, mit Hilfe frei erfundener Geschäfte Banken und andere Kreditgeber um mehr als drei Milliarden Euro geprellt zu haben. Verteidiger Dierlamm sagte dazu, Braun habe an das Unternehmen geglaubt und noch kurz vor dem Zusammenbruch des Konzerns Wirecard-Aktien für 2,5 Millionen Euro gekauft. „Eine geradezu abwegige und absurde Vorstellung, dass ein Bandenanführer so handelt.“

Nach Worten des Verteidigers hat keiner der 450 vernommenen Zeugen Braun beschuldigt. Es existiere keine Mail, keine Chat-Nachricht, die eine Täterschaft Brauns belegten, sagte Dierlamm. Der Anwalt beschuldigte seinerseits Oliver Bellenhaus, den mitangeklagten früheren Wirecard-Geschäftsführer in Dubai, maßgeblich an der Veruntreuung von Milliardenbeträgen beteiligt gewesen zu sein. „Herr Braun taucht in diesen Schattenstrukturen in keiner Weise auf.“

Die vierte Strafkammer des Landgerichts München I hatte den Prozess in der vergangenen Woche eröffnet. Das Gericht hat gut 100 Prozesstage angesetzt, das Verfahren wird voraussichtlich bis ins Jahr 2024 dauern.


Die Kommentarfunktionalität wurde für diesen Artikel deaktiviert.

Die EU will Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitag von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar (rund 91 Euro) pro Barrel (159 Liter) vor, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten.