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Witwe soll in Lübcke-Prozess als Zeugin befragt werden

Prozesse

Montag, 16. November 2020 - 08:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. „Ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen kann, was ich Herrn Lübcke angetan habe, was ich der Familie Lübcke angetan habe“, sagte der mutmaßliche, Stephan Ernst, Anfang November. Heute tritt die Frau des Getöteten in den Zeugenstand. Ein schwerer Schritt.

Irmgard Braun-Lübcke, Ehefrau des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, tritt in den Zeugenstand. Foto: Boris Roessler/dpa pool/dpa

Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke will das Oberlandesgericht Frankfurt am Main an diesem Montag die Frau des Getöteten befragen.

Die Zeugin ist für 10.00 Uhr geladen. Sie tritt in dem Verfahren gemeinsam mit ihren beiden Söhnen als Nebenklägerin auf. Dem Hauptangeklagten Stephan Ernst wird vorgeworfen, den CDU-Politiker im Juni vergangenen Jahres auf der Terrasse seines Hauses aus rechtsextremistischen Motiven erschossen zu haben. Ob der Zeitplan des Gerichts eingehalten werden kann, hängt noch vom Ergebnis eines Corona-Tests ab, dem sich einer der Richter unterziehen musste.

Deshalb war der Prozess am Donnerstagmittag unterbrochen und auf Montag vertagt worden. Ein Mitglied des Staatsschutzsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main habe vergangenes Wochenende Kontakt zu einer Person gehabt, die inzwischen Krankheitssymptome zeige und positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel. Der Kontakt habe unter Einhaltung der Abstandsregeln an frischer Luft stattgefunden. Deshalb hatte sich der Senatsvorsitzende optimistisch gezeigt, dass am Montag weiter verhandelt werden könne.

In dem Verfahren steht zudem weiter die Frage im Raum, inwieweit der wegen Beihilfe mitangeklagte Markus H. in die Tat eingebunden war. Hinweise dazu erhoffen sich die Richter unter anderem von einem Sachverständigen, der dessen Computer ausgewertet hat. Vernommen werden sollen zudem ein Sachverständiger für Waffen und ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Kassel.

© dpa-infocom, dpa:201116-99-346198/2

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