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Xi verspricht 200 Millionen Euro für globalen Artenschutz

International

Dienstag, 12. Oktober 2021 - 13:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Kunming. Um das gefährliche Aussterben der Arten in der Welt aufzuhalten, sind umfassende Finanzhilfen notwendig. Von 700 Milliarden Euro ist sogar die Rede. Lassen sich dafür schädliche Subventionen einsparen?

Chinas Präsident Xi Jinping hat in seiner Rede verstärkte chinesische Anstrengungen versprochen, die Artenvielfalt zu bewahren. Das Land ist zurzeit der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen. Foto: Li Xueren/XinHua/dpa

China verspricht 1,5 Milliarden Yuan, umgerechnet 200 Millionen Euro, für den Artenschutz in ärmeren Ländern.

In einer Rede auf der Weltnaturschutzkonferenz (Cop15) kündigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Dienstag die Schaffung eines Fonds mit diesem chinesischen Finanzbeitrag an, der Entwicklungsländer darin unterstützen soll, ihre Artenvielfalt zu schützen. Er lud andere Staaten ein, sich an dem Finanztopf zu beteiligen.

China ist Gastgeber der Konferenz der fast 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD), die online und vor Ort in der südwestchinesischen Stadt Kunming stattfindet. Die rund 5000 Teilnehmer beraten bis Freitag über ein neues Rahmenabkommen, um gegen das dramatische und gefährliche Aussterben der Arten vorzugehen. Die notwendige Finanzierung ist ein wesentliches Thema.

Global klafft nach Angaben von Umweltverbänden eine gewaltige Finanzierungslücke von 700 Milliarden Euro im Jahr. Auch die Bundesregierung wurde aufgefordert, ihre Finanzhilfe auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Aktuell beteiligt sich Deutschland mit 800 Millionen Euro. Dem stehen nach Angaben von Umweltverbänden rund 67 Milliarden Euro umwelt- und naturschädigende Subventionen entgegen, die Deutschland jedes Jahr zu Hause ausgibt - etwa für Landwirtschaft und Fischerei.

Als konkretes Ergebnis der Konferenz soll am Mittwoch eine „Erklärung von Kunming“ verabschiedet werden. Darin wird die „ernste Sorge“ über die beispiellose Krise durch den Verlust der Artenvielfalt, den Klimawandel, die Schädigung von Land und Meeren, Wüstenbildung sowie die wachsenden Risiken für Gesundheit und Ernährung geäußert. Im Entwurf ist von einer „existenziellen Bedrohung unserer Gesellschaft, unserer Kultur, unseres Wohlstandes und unseres Planeten“ die Rede.

Nach weiteren Verhandlungen im Januar soll die neue Strategie mit konkreten Zielen auf einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai 2022 wieder in Kunming verabschiedet werden. Die Rahmenvereinbarung wird häufig mit dem Pariser Klimaabkommen verglichen, ist aber weniger bindend, wie Experten hervorheben. Auch wurden schon früher ehrgeizige Ziele der Vertragsstaaten der UN-Konvention weit verfehlt.

In seiner Rede über Video versprach Chinas Präsident verstärkte chinesische Anstrengungen, die Artenvielfalt zu bewahren. So werde China seine Naturschutzgebiete weiter ausbauen. Da auch der Klimawandel die biologische Vielfalt bedroht, sicherte Xi Jinping ferner den Ausbau erneuerbarer Energien in China zu. Sein Land wolle großangelegte Solarprojekte und Windenergieanlagen beschleunigen.

China ist der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen und verbraucht am meisten Kohle von allen Ländern. Auch wenn es erneuerbare Energien stark ausbaut, deckt China weiter rund 60 Prozent seines wachsenden Bedarfs mit diesem fossilen Rohstoff.

© dpa-infocom, dpa:211012-99-568534/2

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