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Zahl der Opfer bei Taliban-Anschlag in Kabul steigt auf 95

Konflikte

Sonntag, 28. Januar 2018 - 10:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Kabul. Die Zahl der Opfer des schweren Bombenanschlags der IS-Terrormiliz in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist weiter gestiegen. 95 Menschen seien getötet und 191 weitere verletzt worden, als am Samstag ein mit Sprengstoff beladener Krankenwagen explodierte.

Auf dem Weg zur Bestattung: Der Sarg eines der Opfer in Kabul. Foto: Rahmat Gul

Das sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, am Sonntagmorgen. Am Vortag hatte er von 95 Toten und 158 Verletzten gesprochen. Als Reaktion auf den Anschlag wurde in Afghanistan am Sonntag Staatstrauer ausgerufen.

„Trotz der großen Schäden am Dschamhuriat-Krankenhaus nur wenige Meter vom Ort der Explosion entfernt haben die Ärzte und Krankenschwestern die Opfer sofort versorgt“, fügte Madschroh hinzu. Der Arzt Naweed Hamkar berichtete von Horrorszenen. Die stark beschädigte Notaufnahme des Krankenhauses sei mit Schwerverletzten überfüllt gewesen, die in den Scherben der durch die Druckwelle herausgesprengten Fensterscheiben lagen. Ärzte und Krankenschwestern, die selbst durch Glassplitter verletzt worden waren, hätten die Opfer versorgt.  

Erst vor einer Woche hatten sechs Kämpfer der Taliban in einer 17-stündigen Attacke das große Hotel Intercontinental angegriffen und mindestens 20 Menschen getötet, darunter eine deutsche Entwicklungshelferin.

Der Anschlag auf einer der am besten gesicherten Straßen der Stadt nahe vieler Botschaften und afghanischer Sicherheitseinrichtungen war außerdem der schwerste seit der Lastwagenbombe vor der deutschen Botschaft im Mai 2017. Damals waren rund 150 Menschen getötet worden.

Die Taliban kontrollieren oder beeinflussen mittlerweile wieder mindestens 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30. Auch deshalb schicken die USA und einige Nato-Staaten nun wieder Tausende zusätzliche Soldaten nach Afghanistan. Auch die Bundeswehr wird wohl weitere Soldaten entsenden, nachdem Union und SPD dem in ihren Koalitionssondierungen zugestimmt hatten. Bisher sind knapp 1000 deutsche Soldaten dort.

Die gewaltige Sprengladung riss die komplette Fassade dieses Gebäudes weg. Foto: Rahmat Gul

Er hat überlebt: Ein Verletzter wird in ein Kabuler Krankenhaus eingeliefert. Foto: Rahmat Gul

Verletzte werden in Kabul nach dem Anschlag in einem Krankenhaus versorgt. Foto: Rahmat Gul

2017 gab es in Kabul mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und der Terrormiliz IS. Foto: Rahmat Alizadah

Die radikalislamischen Taliban haben den Anschlag in Kabul für sich reklamiert. Foto: Rahmat Gul

Zwei Männer helfen in Kabul nach einem Anschlag einem verwundeten Mann. Foto: Massoud Hossaini


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