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Zoo-Chef: Nach Unglück Brandschutz für Tiere überdenken

Brände

Samstag, 4. Januar 2020 - 10:18 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Karlsruhe. Wie sicher sind Tiere im Zoo? Der Karlsruher Zoo-Chef Reinschmidt kann sich Verbesserungen vorstellen. An der Affenhaltung an sich zweifelt er jedoch nicht.

Bei dem Feuer in der Silvesternacht starben im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Nach dem verheerenden Feuer in einem Krefelder Affenhaus sollten Tierparks aus Sicht des Karlsruher Zoo-Chefs ihre Brandschutzmaßnahmen anpassen. „Wir müssen das Thema noch mal differenzierter angehen“, sagte Matthias Reinschmidt der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe.

Denkbar sei etwa die Installation neuer Feuermelder, die bei plötzlichen Temperaturschwankungen anschlagen. Zudem könnten mehr Kontrollgänge sowie kombinierte Innen- und Außengehege, bei denen Tiere Tag und Nacht raus können, mehr Sicherheit schaffen. Speziell an Silvester könnte auch eine Art Sicherheitszone um Zoos Tiere besser schützen, meinte er.

In der Silvesternacht waren im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere bei einem Feuer ums Leben gekommen, darunter mehrere Menschenaffen.

Auf keinen Fall dürfe der Brand in Krefeld Anlass sein, generell die Affenhaltung in Zoos in Frage zu stellen, sagte Reinschmidt: „Wir sehen uns als Zentren der Arterhaltung.“ Gerade für vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans brauche man jeden verfügbaren Platz. Von ehemals rund einer Million Orang-Utans auf der Erde gebe es inzwischen nur noch 50 000 in der freien Natur - auch weil immer mehr Wälder abgeholzt werden. Derzeit leben ihm zufolge 1200 Orang-Utans in Zoos. Um die genetische Vielfalt zu sichern, sollten es nach seiner Meinung noch mehr sein.

Bei dem Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos. Foto: Marcel Kusch/dpa

Zoodirektor Wolfgang Dreßen steht vor dem abgebrannten Affenhaus. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Verkohlte Überreste im Inneren das Affenhauses. Foto: Christoph Reichwein/dpa


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