Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Zschäpe-Verteidiger sollen im NSU-Prozess plädieren

Prozesse

Dienstag, 10. April 2018 - 05:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Zwei Monate stockte der NSU-Prozess wegen Verfahrensstreits und Befangenheitsanträgen. Jetzt soll endlich die letzte Etappe des Mammutverfahrens beginnen. Am Dienstag will das Gericht die ersten Verteidiger von Beate Zschäpe für ihre Plädoyers aufrufen.

Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt neben ihren Anwälten Hermann Borchert (l) und Mathias Grasel am 13. März 2018 im Gerichtssaal im Münchner Oberlandesgericht. Foto: Matthias Schrader/AP

Nach wochenlanger Verzögerung sollen heute die Plädoyers der Angeklagten im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht beginnen. Den Anfang sollen die beiden Wunschanwälte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe machen, Hermann Borchert und Mathias Grasel.

Anzeige

Die Plädoyers der Bundesanwaltschaft und der Nebenkläger sind bereits allesamt beendet. Zuletzt hatte die Witwe des in München ermordeten Theodoros Boulgarides Anfang Februar plädiert. Seitdem stockte der NSU-Prozess wegen Verfahrensstreits und einer Serie von Befangenheitsanträgen.

So forderte der Mitangeklagte Ralf Wohlleben neue Beweise über die Beschaffung der wichtigsten Mordwaffe vom Typ „Ceska“. Wohlleben ist wegen Beihilfe zum neunfachen Mord angeklagt, weil er den Kauf der Pistole und die Übergabe an die in Chemnitz abgetauchten Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt organisiert haben soll. Wohlleben bestreitet nicht, an der Beschaffung einer Pistole beteiligt gewesen zu sein, wohl aber, dass es sich um die Mordwaffe handelte.

Einen letzten Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl hatte am Ostermontag der mitangeklagte mutmaßliche Terrorhelfer André E. außerhalb der Verhandlung gestellt. Verschickt wurde der Antrag von dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens, der im NSU-Prozess bisher nicht aufgetreten ist. Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte Clemens, er sei als Wahlverteidiger von André E. tätig. Seine Bestellung zum Pflichtverteidiger hatte das Gericht vor wenigen Wochen abgelehnt.

Clemens hatte auch einen Angeklagten im Prozess gegen die rechtsextreme Gruppe „Aktionsbüro Mittelrhein“ verteidigt, der nach mehr als fünf Jahren Dauer im Mai 2017 geplatzt war. Er war einige Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei „Die Republikaner“ und hatte sich dort für Wahlabsprachen mit den beiden rechtsextremen Parteien DVU und NPD eingesetzt.

Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Mundlos und Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. Ein Opfer war eine Polizistin. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.

Ihr Kommentar zum Thema

Zschäpe-Verteidiger sollen im NSU-Prozess plädieren

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige