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In- und Ausland

Zweiter Anlauf: 90 Millionen Euro im Eurojackpot

Glücksspiele

Freitag, 9. Februar 2018 - 07:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Helsinki/Münster. Wer diesen Eurojackpot knackt, hat wohl ausgesorgt. Am Freitag in Helsinki geht es um 90 Millionen Euro. Wird es den nächsten deutschen Rekordgewinn geben?

Seit dem Start des Eurojackpots im Jahr 2012 hat die europäische Lotterie mit 18 Teilnehmerländern zum vierten Mal die Obergrenze von 90 Millionen Euro erreicht. Foto: Federico Gambarini

Die Warteschlangen an den Lotto-Annahmestellen dürften heute nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre lang werden. Im Eurojackpot, der gemeinsamen Lotterie von 18 europäischen Ländern, geht es an diesem Tag um die Höchstsumme von 90 Millionen Euro.

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Gezogen werden die Zahlen am Abend gegen 21.00 Uhr in Finnlands Hauptstadt Helsinki. Dann könnte auch wieder ein Rekordgewinn nach Deutschland gehen. Den Lottorekord hierzulande hält seit 2016 ein Tipper aus dem Schwarzwald. Der Eurojackpot hat eine gesetzlich eingezogene Obergrenze. Und an die war auch der Spieler aus Baden-Württemberg vor zwei Jahren gestoßen.

Obergrenze heißt auch: Jeder zusätzlich eingenommene Euro geht in die 2. Gewinnklasse und bildet dort einen weiteren Jackpot. Zehn Mal in Folge ist der Topf der Gewinnklasse 1 in den vergangenen Wochen nicht geknackt worden, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen geht es jetzt um die Höchstsumme.

Wer den Rekord einstellen will, muss seine Kreuze auf dem Tippzettel an sieben Stellen richtig setzen. Dabei müssen 5 aus 50 sowie 2 aus 10 Zahlen getippt werden. Gelingt dieses Kunststück mehreren Mitspielern, müssen sie sich die Gewinnsumme teilen. Seit dem Start des Eurojackpots im Jahr 2012 hat die europäische Lotterie mit 18 Teilnehmerländern zum vierten Mal die Obergrenze erreicht.

Warum sind die Gewinne beim klassischen Lotto deutlich geringer? Bei den Ziehungen am Mittwoch und Samstag gibt es nach Angaben von Westlotto immer bei der 13. Ziehung eine Zwangsausschüttung. 2006 und 2016 hatten Spieler aus Nordrhein-Westfalen hier 37,7 und 37,0 Millionen Euro abgeräumt. Damit liegen sie in der Top 10 der deutschen Rekordgewinne allerdings nur auf Platz 9 und 10.

Die Chance auf den Eurojackpot liegt bei 1 zu 95 Millionen. Deutlich geringer sind die Chancen beim klassischen Lotto am Mittwoch und Samstag („6 aus 49“). Hier steht die Jackpot-Chance bei nur 1 zu 140 Millionen.

Aber was bedeuten diese mathematischen Angaben? Laut Experten kann das menschliche Gehirn solche Wahrscheinlichkeiten nicht begreifen. Je niedriger sie sind, desto unvernünftiger wird das Handeln. Um das zu verdeutlichen helfen nur Bilder: Die Wahrscheinlichkeit den Eurojackpot zu knacken ist genauso klein, wie die Chance auf einem ganzen Fußballfeld mit verbundenen Augen zwei rot markierte Grashalme zu finden. Alternativ stehen dort rund 160 Millionen grüne Halme.

Es geht also nicht um eine rationale Betrachtung, sondern um den Spaß - die Wahrscheinlichkeit lässt sich nicht austricksen. Bei einem anderen Thema raten Mathematiker allerdings, alles Irrationale zu streichen. Denn wer möglichst viel vom Topf gewinnen und nicht teilen will, sollte keine der üblichen Zahlen ankreuzen. Das Geburtsdatum des Enkels, Muster oder Zahlenreihen sollten tabu sein.

Warum jetzt aber diese Obergrenze? Für die 18 teilnehmenden europäischen Länder gelten Regeln. Sie haben den staatlichen Auftrag der sogenannten Kanalisierung. Laut Paragraf 1, Absatz 2, des deutschen Glücksspiel-Staatsvertrags soll der natürliche Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen gelenkt und illegales Glücksspiel verhindert werden. So soll der Eurojackpot zwar möglichst attraktiv für Lottospieler sein. Er darf aber auch kein Suchtpotenzial bieten. Private Anbieter locken mit dreistelligen Millionen-Gewinnen. Der Eurojackpot darf dazu nicht in Konkurrenz treten.

Wer den Jackpot nicht knackt, kann sich mit einem Nebeneffekt trösten. Beim klassischen Lotto und beim Eurojackpot handelt es sich um staatlich kontrollierte Spiele. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, werden zum Beispiel rund 50 Prozent des Umsatzes an die Gewinner ausgeschüttet, 40 Prozent gehen über den Landeshaushalt an gemeinnützige Einrichtungen in die Bereiche Kultur, Sport, Wohlfahrt sowie Umwelt und Denkmalschutz.

So wird mit Erlösen aus dem Glücksspiel der Erhalt des Weltkulturerbes Kölner Dom unterstützt. Westlotto in Münster setzt 10 Prozent für Marketing und Vertrieb ein. Diese Zahlen können je nach Bundesland variieren. Das gilt auch für die anderen 17 Länder, die neben Deutschland am Eurojackpot teilnehmen.

Online ist die letzte Chance für die Tippabgabe freitags um 18.59 Uhr. Um 19 Uhr ist spätestens Schluss in den Annahmestellen. Je nach Bundesland gibt es Ausnahmen.

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