NRW

1419 Corona-Abstriche im Landtag: Bald Schnell-Tests?

Landtag

Montag, 23. November 2020 - 05:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Hunderte Mitarbeiter und Politiker, die nach Plenartagen zurück in ihre Wahlkreise fahren: Ein Corona-Ausbruch im Landtag könnte sich schnell im gesamten Land verbreiten. Damit das nicht passiert, können sich unter anderem die Abgeordneten kostenlos testen lassen.

Ein Arzt nimmt mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Corona-Test. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im Düsseldorfer Landtag sind in den letzten Monaten bei fünf Testterminen insgesamt 1419 Abstriche bei Mitarbeitern und Abgeordneten durchgeführt worden. Drei Tests waren laut Landtag positiv - und deckten unbekannte Corona-Infektionen auf. Aufgrund der „dynamischen Lage“ sei derzeit auch der Einsatz von Schnelltests neben oder anstelle normaler Corona-Tests in der Prüfung, so ein Sprecher.

Der Parlamentarische Krisenstab Pandemie (PKP) mit Vertretern aller Fraktionen unter Leitung des Landtagspräsidenten hatte bereits zum Ende der Sommerferien das Angebot von regelmäßigen Testterminen beschlossen. Die Kosten trägt der Landtag. Rechnerisch könnten bei jedem Termin rund 1500 Personen das Angebot in Anspruch nehmen. Dass es wesentlich weniger waren, zeigt laut Landtag „eine verantwortungsvolle Nutzung“ der Möglichkeit. „Viele nehmen es erst nach Risikobegegnungen oder bei vermeintlichen Symptomen wahr“, betonte der Sprecher.

Hintergrund der bezahlten Testreihen: „Parlamente sind systemrelevant und müssen arbeitsfähig bleiben“, so der Landtag. Seit einigen Wochen gilt in dem Haus eine Maskenpflicht. Im Plenarsaal hat jeder Abgeordnete eine Acrylglas-Kabine, größere Besuchergruppen sind zurzeit nicht erlaubt.

Dennoch bewegen sich an Plenartagen mehr als 1000 Menschen in den Gebäuden des Landtags. Fast täglich gibt es Sitzungen mit Abgeordneten und Mitarbeitern. Die Politiker kommen aus dem gesamten Land und reisen nach den Sitzungen wieder in ihre Wahlkreise. „Eine Infektion im Landtag könnte sich ohne Vorsorge somit schnell im gesamten Land verbreiten“, sagte der Sprecher.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.